Bei der offiziellen Eröffnung des Vitaparks im Staffelsteiner Kurpark kommen einige ganz schön ins Schwitzen. So auch der Seniorenbeauftragte Walter Mackert. Er geht von der Beinpresse, an der man seine Beinmuskulatur trainiert und Arthritis vorbeugen kann, zum Twist, einem Gerät zur Stärkung der Wirbelsäule und des Gesäßes. Nach einigen Minuten unter praller Sonne rinnen einige Schweißperlen seine Stirn hinunter. "Es ist etwas für Jung und Alt, und es dient der Kommunikation. Hier kommen wildfremde Menschen ins Gespräch", sagt Mackert.

Mit diesem Satz hat er das Konzept des Vitaparks ziemlich genau erkannt. Es sind Fitnessgeräte für sportliche Übungen unter freiem Himmel. An vielen der Geräte können zwei, an einigen auch vier Menschen gleichzeitig trainieren und so ins Gespräch kommen. Die Geräte stehen seit einigen Monaten im Eingangsbereich des Kurparks, zwischen Kiosk und Schachbrett. Fünf Geräte sind fest in einem Betonfundament installiert. Um die grau-orangefarbenen Fitnessgeräte liegen Hackschnitzel, damit der Park auch bei schlechterem Wetter benutzt werden kann.

Idee stammt aus Asien

Initiator des Vitaparks ist Norbert Fuhrmann, Geschäftsführer der Lichtenfelser Firma Fuhrmann Werbeservice. Entdeckt hat er diese Art von Geräten in Japan und China. Dort stehen sie in vielen Gärten und Parks, sagt der 55-Jährige. Er arbeite viel am Schreibtisch und könnte etwas mehr Bewegung gut vertragen, deshalb habe er die Geräte gemeinsam mit Physiotherapeuten für den deutschen Markt entwickelt.

Durch Stahl und einen speziellen Kunststoff sind sie wetterfest, halten Vandalismus stand und sind vom TÜV abgenommen. Fuhrmanns Unternehmen verkauft die Geräte. In Bad Staffelstein ging der Unternehmer auf Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) zu. Nach einigen Diskussionen um den Standort des Vitaparks wurden Sponsoren gefunden. Somit war die Finanzierung der rund 12 000 Euro gesichert.

Mehrwehrt für den Kurpark

Auch stellvertretendem Landrat Helmut Fischer laufen nach ein paar Übungen auf dem Twist oder den Lauf-Skiern ein paar Schweißtropfen über die Stirn. Aber das störte ihn nicht. Wer nicht schwitzt, der habe gesundheitliche Probleme, sagt Fischer. Er sei erstaunt, dass so etwas im Freien möglich ist. Neben dem Spazierengehen im Kurpark und dem Atemholen an den Gradierwerken sei es jetzt auch möglich, etwas mehr aktiv für die Gesundheit zu tun, sagte Fischer.

Training durch Körpergewicht

Eine positive Bewertung der Geräte gibt auch Michael Klob, Leiter des Physiotherapiezentrums Theramed. Auch er kenne diese Geräte aus Asien. Der wesentliche Unterschied zu Fitnessgeräten, wie man sie aus dem Studio kenne, sei, dass es keine verstellbaren Widerstände gebe. Das Training bei den Vitapark-Geräten funktioniere ausschließlich über das eigene Körpergewicht, erklärt Klob. Diese Methode minimiere das Verletzungsrisiko. Zusätzlich rät der Physiotherapeut, sich vor dem Training aufzuwärmen.

Zu den 28 Vitaparks die Norbert Fuhrmann inzwischen in ganz Deutschland aufgebaut hat, kommt bald noch einer hinzu. Helmut Fischer deckte auf, wo der nächste Vitapark im Landkreis Lichtenfels entstehen soll: in Altenkunstadt. Denn Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) habe die Geräte bereits für den Seniorenpark bestellt. Dann können die Altenkunstadter bald mit den Staffelsteiner um die Wette schwitzen und auf Lauf-Skiern, Beinpresse und dergleichen den Bewegungsapparat stärken.