"Dinner for One ist Pflicht" sagt Kreisbrandmeisterin Nicole Trapper. Widerspruch dürfte es wohl auch nicht geben, denn fast jeder mag diese kultige Episode, die an diesem Silvesterabend auf den beiden Flachbildschirmen im "Floriansstübla" zu sehen sein wird.

Etwa 25 aktive Feuerwehrleute und ihre Angehörigen werden den Silvesterabend im Staffelsteiner Feuerwehrhaus verbringen. Am letzten Abend des Jahres gibt es Gyros - und um Mitternacht stoßen einige der Feuerwehrleute sicher mit einem Gläschen Sekt an.

Apropos Alkohol: Weil jederzeit ein Alarm ausgelöst werden kann, bleiben die Feuerwehrleute nüchtern, sagt Kommandant Stefan Liebl. Wenn die Wehr alarmiert wird, ist sie an diesem Abend noch schneller als sonst auf dem Weg zum Einsatzort, denn die Fahrt von der Wohnung zum Feuerwehrhaus fällt weg. "Binnen eineinhalb Minuten maximal sind die Fahrzeuge draußen", ist Stefan Liebl sicher. Als denkbare Szenarien nennt er neben einem Brand durch Feuerwerkskörper auch Straßenglätte oder auslösende Brandmeldeanlagen. Für den Laien ist es erstaunlich, wie schnell Feuerwehrleute, die in Zivilkleidung feiern, bei Alarm in ihre persönliche Schutzausrüstung geschlüpft sind. Nur Sekunden dauert das, erklärt Nicole Trapper: "Man schlüpft in die Stiefel, zieht die Hose und die Jacke drüber, setzt den Helm auf - fertig!"


Ersthelfer halten sich bereit

Bereit steht in Bad Staffelstein in dieser Nacht neben den klassischen Feuerlöschfahrzeugen ein "First Responder"-Erste-Hilfe-Team; das sind in der Regel drei Personen, die in lebensbedrohenden Lagen medizinische Hilfe leisten können. "Die Integrierte Leitstelle weiß, dass dieses Team im Feuerwehrhaus ist und kann - etwa bei einem Treppensturz oder wenn jemand bei Glatteis ausrutscht - entsprechend disponieren, so dass die Feuerwehr zuerst vor Ort ist", erklärt Stefan Liebl.

Natürlich entzünden die Feuerwehrleute auch ein kleines Feuerwerk. Zum Jahreswechsel um Mitternacht senden die anderen Wehren ihre Neujahrsgrüße. Die größeren Wehren im Kreis feiern ähnlich wie die Staffelsteiner und sind für Einsätze gewappnet. Welchen Inhalt diese Funksprüche haben? Stefan Liebl improvisiert: "Wir wünschen euch eine möglichst einsatzfreie Zeit - und dass ihr immer gesund zurückkehrt."

Die Integrierte Leitstelle (ILS) in Ebersdorf, zuständig für die Kreise Coburg, Lichtenfels und Kronach, wird in dieser Nacht als Vier-Mann-Team arbeiten - eine Person mehr als in normalen Nächten.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Wünsche für eine einsatzarme Zeit erfüllt werden. Im vergangenen Jahr musste die Staffelsteiner Wehr am Silvesterabend um 23.58 Uhr ausrücken, um einen Verletzten zu versorgen. Das Einsatzfahrzeug bahnte sich den Weg durch schussbereite Raketenabschussrampen auf den Straßen - doch die Leute waren kooperativ und schoben die Raketenbatterien bereitwillig zur Seite, als das Fahrzeug mit Blaulicht und Sirene nahte.




Sicherheitstipps der beiden Staffelsteiner Kommandanten

Hinweise Um am Silvesterfeuerwerk Freude zu haben, geben die Kommandanten der Staffelsteiner Feuerwehr, Stefan Liebl und Nicole Trapper, einige Tipps.

- Mit Feuerwerkskörpern nie auf Menschen und Tiere zielen.
- Im Umkreis der Abbrennstelle dürfen sich keine leicht entzündlichen Gegenstände - Holz oder Heu - befinden.
- Sobald das Feuerwerk gezündet ist: Sicherheitsabstand einnehmen!
- Zum Entzünden nie über das Feuerwerk beugen und nur mit gestrecktem Arm zünden.
- Zum Abbrennzeitpunkt alle Fenster, Luken und Klappen an Gebäuden schließen.
- Raketen nicht aus der Hand starten. Geeignete Abschussvorrichtungen (leere Flaschen in Getränkekästen - für gute Standfestigkeit) verwenden.
- Bereits gezündete Böller und scheinbare Fehlzünder nicht wieder aufheben.
- Keine Feuerwerkskörper zum Zünden in der Hand halten.
- Bei Raketen, die in Gebäude oder Scheunen fehlgeleitet wurden, sicherheitshalber die Feuerwehr zur Nachschau mit Wärmebildkamera alarmieren lassen.
- Kinder und Jugendliche nur unter Aufsicht eines Erwachsenen das Feuerwerk abbrennen lassen.