Passanten hatten am 1. Mai in der Krößwehrstraße in Oberwallenstadt im Bereich der Kapelle Gasgeruch bemerkt und die Stadtwerke informiert. "Dadurch, dass es das Gas in die Kanalisation gedrückt hatte, haben wir die Feuerwehr informiert", berichtet Christian Lotz, Mitarbeiter der Stadtwerke und Kommandant der Wallenstadter Feuerwehr.

Explosionsgefahr herrschte

Lotz hatte am 1. Mai Bereitschaftsdienst. Wird Gas in einen Hohlraum gedrückt , besteht die Gefahr, dass es zu einer Explosion kommt. Die um 11.01 Uhr informierten Einsatzkräfte sperrten die Straße im Bereich der Schadstelle ab. Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Lichtenfels, Lichtenfels Main und Wallenstadt mit insgesamt 30 Feuerwehrleuten sowie drei Personen des Rettungsdienstes.
Auch Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) und Kreisbrandrat Timm Vogler waren vor Ort. Zudem wurde der Druck in der Gasleitung heruntergefahren. Unterdessen waren die Mitarbeiter der Stadtwerke dabei , die Gasleitung vor und nach der undichten Stelle mit sogenannten "Blasen" abzudichten. Bei der Gasleitung handelt es sich um eine sogenannte Mitteldruckleitung, die das Gas durch die Stadt transportiert.

Straße wurde aufgebaggert

Bei einer Leckage wird nur das betreffende Teilstück gasfrei gelegt. Sonst hätte die ganze Stadt auf Gas verzichten müssen. Für das Einsetzen der Blasen musste zunächst die Straße aufgebaggert, vereinfacht ausgedrückt die Gasleitung angebohrt, die Blasen eingesetzt und ähnlich wie ein Luftballon aufgepumpt werden, bis der Ballon die Leitung abgedichtet hatte. Erst danach konnten die Arbeiten an der eigentlichen Schadstelle beginnen.

Bis 19.30 Uhr gearbeitet

Während der gesamten Arbeiten stellte die Feuerwehr den Brandschutz sicher. Am Freitagabend gegen 19.30 Uhr waren die Arbeiten an der Gasleitung laut Kreisbrandrat Lutz Schneider abgeschlossen. Bis dahin mussten drei Häuser und der Campingplatz ohne Gas auskommen. Neben den Feuerwehren und dem Rettungsdienst waren vier Mitarbeiter der Lichtenfelser Stadtwerke, vier Mitarbeiter einer Baufirma und ein Schweißspezialist im Einsatz.

Routinemäßige Überprüfung

Die Gasleitung im betreffenden Gebiet wurde bei der Umstellung von Stadtgas auf Erdgas in den Jahren zwischen 1968 und 1972 gebaut. "Die Leitungen werden alle zwei Jahre durch eine externe Firma überprüft", erklärt Christian Lotz. Bei diesen routinemäßigen Überprüfungen werden im Schnitt zwei Schadstellen entdeckt, die auch sofort behoben werden. Die Gasleitung in der Krößwehrstraße wurde erst im August 2014 überprüft. "Da war noch nichts auffälliges zu bemerken", erläutert der Mitarbeiter der Stadtwerke. In den nächsten Tagen werden die Löcher in der Straße wieder zugemacht.