Dass das Baugebiet "Am Eidig" kommen wird und kommen soll, war allen klar. Umstritten war jedoch die verkehrstechnische Anbindung der 22 Bauplätze zwischen Präch tinger Straße, Friedhof und Norma-Kreisel. Mit 14:7 Stimmen votierten die Räte am Dienstag dafür, das 2,5 Hektar große Areal mit einer durchgehenden, aber nicht geradlinig verlaufenden Straße zu erschließen. Einstimmig plädierten sie dafür, den Flächennutzungsplan abzuändern und als "Allgemeines Wohngebiet" auszuweisen.
Thomas Kleylein vom Planungsbüro HTS erläuterte den Räten den aktuellen Sachstand: Auf einer bebaubaren Fläche von 16 270 Quadratmetern können 22 Häuser gebaut werden; 3835 Quadratmeter sind als Verkehrsflächen ausgewiesen, 3800 als Grünflächen; ein 460 Quadratmeter großer Spielplatz und drei Parkplätze sind vorgesehen.
Die durchgehende Straße binde das Wohngebiet an die Prächtinger und die Balthasar-Neumann- sowie Dientzenhoferstraße an. Absichtlich verlaufe diese fünf Meter breite Straße - mit 1,5 Meter Gehweg - nicht geradlinig, sondern schlängle sich durch das Baugebiet.
Im Mittelpunkt des Baugebiets sei ein großer Platz vorgesehen, fuhr Kleylein fort. Auf den Grundstücken - 700 bis 925 Quadratmeter groß - sollen freistehende Wohnhäuser mit bis zu zwei Vollgeschossen und maximaler Firsthöhe von 9,5 Metern errichtet werden. An der Friedhofsmauer entlang werde ein Grünstreifen freigehalten.
Franz Böhmer und Heinrich Kunzelmann (beide FW) kritisierten den Planentwurf. Zum einen, weil die Erschließungsstraße zu schmal sei für Landwirte mit breiten Maschinen, die ihre Felder ansteuern (Böhmer), zum andern, weil diese Straße als Durchgangsstraße missbraucht werden könnte (Kunzelmann).
Mit der Bebaubarkeit der Grundstücke rechnet Bürgermeister Bernhard Storath zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017.
Nun wird der Planentwurf den Behörden und Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt und öffentlich ausgehängt.




Kommentar: Planen mit Hindernissen

Den Stein der Weisen haben die Ebensfelder Räte nicht gefunden. Doch das war allen Beteiligten von vornherein klar. Bereits in den Vorberatungen zum Bebauungsplanentwurf bestanden Meinungsverschiedenheiten über die Art der Erschließung. Während die CSU zunächst eine der Hochspannungsleitung folgende geradlinige Erschließung ins Auge gefasst hatte, plädierten die Freien Wähler vehement für eine kurvenreiche, schmale Straße, die keinen Durchgangsverkehr begünstigt. Nun ist ein Kompromiss gefunden: Der Planer hat eine kurvige Straßenführung berücksichtigt. Weil die 110-kV-Leitung das Baugebiet durchschneidet und an eine frühere Abfalldeponie angrenzt, war es nicht leicht, die Grundstücke sinnvoll zu portionieren und eine Straße hindurch zu schlängeln.
Zu bemängeln bleibt freilich, dass auch für dieses Baugebiet wieder das Abwasser-Mischsystem vorgesehen ist. Wünschenswert wäre das ökologisch sinnvollere Trennsystem, das Regenwasser in gesonderte Kanäle ableitet. Das aber würde die Erschließung nach Aussage des Planers stark verteuern. Dennoch sollte der Schutz der Umwelt beim Planen künftig Priorität haben. Matthias Einwag







Im Ebensfelder Marktgemeinderat notiert

Radweg und Lärmschutzwall Der Radwegebau entlang der Kreisstraße LIF 25 zwischen Ebensfeld und Oberbrunn habe sich zwar verzögert, werde aber nun fortgesetzt, berichtete Bürgermeister Storath. Derzeit würden die Brückengeländer installiert. Auch der Erdwall an der A 73 werde weiter angelegt. Noch in diesem Jahr sei vorgesehen, die Bauarbeiten am Lärmschutzwall abzuschließen, sagte Storath.
Trinkwasser Die Gemeinde wird künftig die Aufgaben der rund 100-jährigen "Wassergemeinschaft Kümmel" übernehmen. Das Gesundheitsamt hatte Bedenken aufgrund bakteriologischer Beeinträchtigungen des Wassers aus der Kümmeler Quelle. Zur Wahl standen deshalb der Bau einer Aufbereitungsanlage oder der Anschluss des Ortes an das Netz der FWO. Laut Ortssprecher Rudolf Hornung möchten die Kümmeler Bürger ihre Quelle behalten. Einstimmig sprachen sich die Gemeindräte dafür aus, die Wasserversorgungsanlage zu übernehmen. Der Wasserpreis für Kümmel wird dann - wie in der gesamten Gemeinde - bei 1,61 Euro/Kubikmeter liegen.

Feuerwehr-Führerschein In Zukunft übernimmt die Gemeinde für ihre Feuerwehrleute die Kosten für den Führerschein der Klasse C (Lkw), nicht mehr der Klasse CE (Lkw mit Anhänger). Damit folgen die Ebensfelder dem Beispiel der Staffelsteiner Wehr, die ebenfalls nur den Führerschein der Klasse C fördert. Bisher wurden in Ebensfeld ca. 30 Feuerwehrleute in der Klasse CE ausgebildet; das ist aber nicht erforderlich, denn die Wehr hat keinen Anhänger. Feuerwehrleute, die dennoch den CE-Führerschein haben wollen, müssten die Mehrkosten selbst finanzieren.