Die Sonne brennt auf den Asphalt, die Temperaturen sind am Nachmittag mit über 30 Grad in der Sonne fast erdrückend. Für viele Jugendliche in Bad Staffelstein das perfekte Wetter, um sich auf ihre Scooter-Roller zu schwingen und sich auf der Skaterbahn in der Nähe des Schützenhauses auszutoben. Andreas Bertelshofer (16 Jahre), Jonas Kuka (14) und Julian Heidenreich (13) sind die Ersten, die nach der Schule an der Anlage ankommen. "Ich bin fast jeden Tag da", sagt Andreas, der bereits seit acht Jahren Scooter fährt. "Zur Zeit etwas weniger, da ich viel für meinen Quali lernen muss."

Die drei Jungs sind dabei nicht die einzigen Stammgäste auf der Anlage. Kurz vor 15 Uhr fahren schon über zehn Jugendliche über die Holz- und Betonrampen - bei gutem Wetter ein durchaus gewohntes Bild im Sommer. Noch bemerkenswerter sind allerdings die Bilder von vor rund zwei Wochen. Denn selbst bei teilweise starken Regenfällen waren in den Pfingstferien stets einige Jugendliche auf der Anlage anzutreffen. Diesmal aber ohne Roller, sondern mit allerhand Werkzeug und Arbeitsmaterialien. In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Stadtbauhofs haben die Jugendlichen in den vergangenen Wochen die teils marode Skaterbahn mit viel Engagement wieder auf Vordermann gebracht. "Jetzt sind wir wieder sehr zufrieden, davor war es nicht mehr so schön", erklärt Andreas. "Es hat so sehr geknackst, dass man gehofft hat, dass nicht gleich alles zusammenfällt."

Dank neuer Holzkonstruktionen und einigen neuen Rampen sind die Sicherheit und der Spaß am Sport wieder garantiert. "Was wir gemacht haben, liegt uns sehr am Herzen", sagt Andreas. "Wenn die Skaterbahn weg wäre, wüssten viele gar nicht, was sie machen sollen. Ich glaube, ich würde weinen." Zum Weinen zumute war den Jugendlichen auch vor einigen Tagen, als Unbekannte Teile ihrer neu gebauten Grindbox mit Gewalt zerstörten und die Holzbretter auf dem Gelände verteilten. Unzählige Arbeitsstunden waren umsonst. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das einer von uns war", sagt Andreas. Und Jonas ergänzt: "Warum sollte das auch einer von uns machen?"


Ansprechpartner für Jugendliche

Vandalismus und Müllablagerungen seien schon lange ein Problem auf dem Gelände, so Holger Then, seit rund zwei Jahren Jugendbeauftragter der Stadt Bad Staffelstein. "Das Gelände ist kaum einsehbar, die Jugendlichen können quasi tun und lassen, was sie möchten", sagt er. "Ein Vorteil, aber gleichzeitig auch ein Nachteil." Um illegalen Entsorgungen von Sofas oder Haushaltsgeräten in diesem Bereich vorzubeugen, soll in Kürze am Pferdsfelder Weg eine Schranke installiert und somit die Zufahrt mit Autos zum Gelände unterbunden werden. Vandalismus wird diese Maßnahme aber auch nicht verhindern können. Waren die Jugendlichen vor zwei Wochen mit ihren Renovierungen schon fast fertig, müssen sie jetzt noch einmal nacharbeiten. "Man kann Anzeige gegen Unbekannt erstatten, mehr kann man leider nicht tun", erklärt Then.

Die Jugendlichen sind jedenfalls froh, dass sie gerade in solch schwierigen Fällen einen direkten Ansprechpartner bei der Stadt haben. "Es ist gut, dass es es jemanden gibt, der sich für uns einsetzt und die Sachen auch umsetzt", sagt Jonas. In der Jugendsprechstunde in den Osterferien brachten die Jugendlichen die Pläne für eine Sanierung der Skaterbahn vor. Holger Then zögerte nicht lange und nahm sofort Kontakt zum Stadtbauhof auf. Wenige Tage später waren die Materialien bereits da.

Jeden Wunsch kann der Jugendbeauftragte den Schülern aber natürlich nicht erfüllen. Trotzdem hört er sich ihre Träume geduldig an - in ungezwungener Atmosphäre direkt unter den Skate-Rampen. "Ein richtiges Jugendzentrum mitten im Ort wie in Lichtenfels" wünscht sich Julian. Ein Vorschlag, dessen Umsetzung vor allem wegen fehlender Betreuungspersonen in nächster Zeit eher unrealistisch ist, so Then. Die Jungs zeigen Verständnis und probieren es eine Nummer kleiner mit einem Unterstand direkt an der Skaterbahn. "Das werde ich auf jeden Fall mit aufnehmen", sagt Then und lässt die Augen der Jugendlichen wieder aufblitzen.