Wer diese Show nicht gesehen hat, hat definitiv etwas verpasst! Und die Besucherzahlen zeigen, dass das am vergangenen Samstag nicht wenige sind. Nur 300 Leute sind zur Nachmittagsvorstellung von "Moscow Circus on Ice" in die Stadthalle gekommen, für den Abend erwartet man etwa 350 Zuschauer.


Besucherin: Wie in Las Vegas!

Die Truppe gastiert zum ersten Mal in der Korbstadt und präsentiert eine Show, die sich sehen lassen kann. "Sie sollen doch mal nach Las Vegas fahren", sagt eine Besucherin beeindruckt von der Show. Die dreißig Artisten unter der künstlerischen Leitung von Natalia Abramova zeigen Zirkuskunst auf hohem Niveau, aber nicht wie üblich in einer Manege, sondern auf einer Eisbahn. Da Lichtenfels keine Eishalle hat, weicht das Ensemble auf einen Kunststoffboden aus, was aber der Show keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Im Publikum hat wahrscheinlich niemand etwas dagegen, zwei Stunden lang bei Zimmertemperatur statt in einer Eishalle zu sitzen.
Die Show als atemberaubend zu bezeichnen, ist keine Untertreibung. Unvergesslich bleibt, wie im Finale sämtliche Artisten über Seile springen, die aussehen, als hätte man tausende Zuckerperlen aneinandergereiht.
Oder als das Ensemble, die Herren im Frack, die Damen mit großem Federbusch auf dem Kopf, den großen Tanz zu "I could have danced tonight" eröffneten. Auch leise, sphärische Szenen gibt es, nämlich als vier Frauen in wallenden, feenhaften langen Kleidern und auf hohen Stelzen die Bühne betreten. Majestätisch schwebten sie über die Bühne, wie Wesen aus einer anderen Welt.


Rhönrad auf spiegelglattem Eis

Es gibt Momente, da möchte man sich die Augen reiben, während man denkt: Nein, das können die doch nicht auf dem Eis ... Da schiebt gerade jemand ein Rhönrad auf die Eisfläche! Und die Momente häufen sich, denn oft übertrifft eine Nummer die andere.
Während die Artisten dort tanzen, springen, radeln, vergisst man leicht, dass der Untergrund spiegelglatt ist. Man kann es kaum glauben, dass schließlich zwei Rhönräder auf der Eisfläche gezielt aneinander vorbeirollen und anschließend drei Mann in einem Rad übers Eis schaukeln.
Das Ensemble beweist, dass man auf dem Eis im Prinzip die gleichen Kunststücke manchen kann wie in einer Manege auch: Jonglieren, Seilspringen, Einradfahren, Stelzenlauf, Diabolos in die Luft werfen und elegant wieder einfangen, ohne am Ende bäuchlings über das Eis zu schlittern. "Sie werden erst als Artisten ausgebildet und gehen dann damit aufs Eis", erklärt Heike Weyrauch von der Veranstaltungsagentur Art-Trends den Hintergrund der Artisten, die alle zum russischen Nikulin-Zirkus gehören. Er zählt zu den ältesten Zirkussen in Russland und ist in Moskau in der Nähe des Kremls beheimatet.


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