"Dieses Beispiel der Wegeführung strahlt auf die anderen Gemeinden des Landkreises aus, das Projekt hört nicht an einer Gemeindegrenze auf", sagte Bernhard Christoph, einer der Mitinitiatoren des Staffelsteiner Keltenwanderwegs, am Donnerstag bei der Vorstellung des Begleitbuches.

Ursprünglich als Taschenbüchlein und Wanderführer konzipiert, ist nun doch ein stattliches Buch daraus geworden: "Entdeckungen rund um den Staffelberg" hat über 160 Seiten, ist aber - laut der federführenden Koordinatorin, Adelheid Waschka, - "vom Gewicht her wie eine Brotzeitdose" und passt somit in jeden Rucksack.
Die acht Routen des Keltenwanderwegs werden in dem Buch detailliert vorgestellt. Doch darüber hinaus bietet der Band eine Reihe interessanter Aufsätze, einen Exkurs durch die Geschichte des Staffelsteiner Landes und ist mit vielen Bildern und Skizzen ausgestattet.


Wissenschaftler als Autoren

Etliche renommierte Autoren konnten zur Mitarbeit gewonnen werden. Wolfgang Schirmer geht auf "Gesteine und Landschaft im Staffelberg-Umland" ein, Timo Seregélys Beitrag ist überschrieben mit "Die Steinzeiten". Nils Ostermeier stellt "Die vorchristlichen Metallzeiten" vor, Björn-Uwe Abels umreißt "Die keltische Besiedlung des Staffelbergs".

Joachim Andraschke erklärt "Die frühmittelalterlichen Ortsnamen der Stadt- und Marktgemeinden Bad Staffelstein und Ebensfeld" und Hans Losert erläutert "Die mittelalterliche Siedlungsgeschichte am Obermain bis zur Gründung des Bistums Bamberg". Stadtarchivarin Adelheid Waschka beschreibt "Archäologisches Sammlungsgut im Stadtmuseum" und Bernhard Christoph führt auf die acht Rundtouren des Geologisch-Archäologischen Erlebniswegs.


Neueste Erkenntnisse flossen ein

Herausgekommen ist ein Buch, das die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte aufarbeitet und gleichwohl die touristische Nutzung im Blick hat, wie Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sagte. Das letzte vergleichbare Werk war 1980, zur "850 Jahre Marktrecht"-Feier, erschienen und hatte die Zeit zwischen 1130 und 1980 im Fokus.

Hans Losert lobte, das Buch habe Vorbildcharakter, daran könnten sich andere, auch größere Städte orientieren, denn es sei "einzigartig in der Region".

"Ich sehe das Buch als dicken Punkt, der das Projekt des Geologisch-Archäologischen Erlebniswegs abschließt", resümierte Bernhard Christoph, der vor einigen Jahren gemeinsam mit Bezirksheimatpfleger Günter Dippold den Anstoß zur Schaffung des Keltenwegs gegeben hatte. Er sagte, dass inzwischen zehn ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden seien, "die diesen Weg an die Gäste bringen". Für die Wanderführer sei das soeben erschienene Buch eine wertvolle Hilfe. Ab März, kündigte er an, würden die acht Wege Monat für Monat einzeln vorgestellt.

Bei der Buchpräsentation im Rathaus merkte Wolfgang Schirmer an, dass die Pflege der schon länger bestehenden Lehrpfade nicht vernachlässigt werden dürfe. Die Tafeln des geologischen Lehrpfades vom Staffelsteiner Friedhof zum Staffelberg seien inzwischen in die Jahre gekommen; einige seien verkratzt oder mit Farbe besprüht.

Björn-Uwe Abels wies darauf hin, dass die teilrekonstruierte spätkeltische Mauer auf dem Staffelbergplateau regelmäßig gepflegt werden sollte. Der große Wall, der das einstige Oppidum umfasst, sollte abschnittweise nach und nach entbuscht werden, um Besuchern einen besseren Eindruck von diesem mächtigen Wall zu vermitteln.


Das Buch

"Entdeckungen rund um den Staffelberg" ist als Band 23 in der Reihe Bad Staffelsteiner Schriften erschienen. Es ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-935302-12-8, 9,80 Euro).