Zuhören, zuschauen, basteln, bewegen, erleben: Nicht nur, aber vor allem für Kinder eröffnete sich in und um den Konradshof Vierzehnheiligen am Samstag, beim Franziskanischen Fest, eine kunterbunte Spiele- und Erlebniswelt für alle Sinne. In diese, den Gottesdienst und die spirituelle Angebote tauchten rund 160 Besucher ein. Wenngleich die zehnte Auflage die letzte war, wollen die Franziskusschwestern auch in den kommenden Jahren zu einem Fest laden.
"Wir hören auf, wenn's am schönsten ist", bekannte Schwester Franziska Dieterle, die mit ihren Ordensschwestern und vielen ehrenamtlichen Helfern das Franziskanische Fest organisiert hatte. Im nächsten Jahr stehe das Jubiläum "100 Jahre Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen" an. Viel Arbeit sei dafür erforderlich. Trotzdem solle es wieder ein alljährliches Fest wie das Franziskanische geben. Offen sei, welche Altersgruppe angesprochen, welcher Termin gewählt, und in welcher Form gefeiert werde. "Wir lassen den Heiligen Geist wirken", sagte sie angesichts des Pfingstwochenendes.

Was passiert an Pflingsten?


"Franziskus war ein Fan des Heiligen Geistes", spannte Pater Heribert Arens, der Guardian des Franziskanerklosters, im Gottesdienst den Bogen. Kindgerecht, farbensymbolisch, und geistdurchwirkt war die etwas andere Eucharistiefeier. Nicht nur, weil Schwester Franziska als Moderatorin die Kinder fragte, was an Pfingsten passiert, und was der Heilige Geist sei. Auch, weil Pater Heribert in seiner Ansprache ebenso offen und leicht verständlich mit den kleinen Gästen plauderte. "Der Heilige Geist brennt überall in euch." Strom, Wärme und Kälte könne man nicht sehen, wohl aber spüren. So sei es auch mit dem Heiligen Geist. Der entflammte wie ein Feuer die Jünger Jesu, die sich nach dessen Kreuzestod tieftraurig zurückgezogen hatten.
Das Bild des Evangeliums (Apostelgeschichte 2, 1-5) griff der Franziskanerpater auf, indem er ein Feuerzeug entfachte. Feuer erzeuge Licht, Wärme und Beweglichkeit. Auch der Heilige Geist lasse es hell werden: Er wies den Jüngern den Weg, hatten sie doch sprichwörtlich schwarz gesehen. Ebenso erwärme der Heilige Geist ein kaltes Herz, mache es warmherzig für die Mitmenschen. Nicht zuletzt mache der Heilige Geist beweglich. Er habe den Jüngern, die wie gelähmt waren, Mut zur Begegnung mit Menschen gegeben. Das bedeute für Christen: "Wir dürfen uns nie zurückziehen, sondern mitten unter Menschen die Frohe Botschaft verkünden."

Parcours ist sehr verlockend


Schon im Gottesdienst war die ansteckend-fröhliche Stimmung spürbar. Ein Grund, warum Monika Grass seit vier Jahren mit ihren beiden Töchtern Lena und Jule kommt. Im vergangenen Jahr gewannen die beiden sogar den Dreibeinlauf. Sie waren die Schnellsten, die zu zweit mit jeweils einem verbundenen Bein einen Parcours meisterten. Gemeinsam mit den anderen Rekordhaltern der verschiedenen Wettbewerbe der Spiele straße durften Lena und Jule ein Wochenende bei den Franziskusschwestern verbringen. Kein Wunder, dass sie am Samstag wieder versuchten, Rekorde zu brechen.
Nicht nur Schwester Franziska Dieterle freute sich über das "unkomplizierte Zusammenfeiern". Es schien so, als würden alle ihre Freude miteinander teilen.
Gerade das Teilen ist ein wichtiger Teil des franziskanischen Glaubenslebens, geht es doch auf den Heiligen Franziskus und seine Brüder zurück. Auch deshalb wollen die Franziskus schwestern im kommenden Jahr wieder ein Fest für die ganze Familie organisieren. Gewiss hilft da bei der Ideenfindung der Heilige Geist mit.