Ist der Aufstieg auf das oberste Plateau des Staffelbergs geschafft, ist für den Wanderer der wunderbare Ausblick über das Maintal der Lohn. Die Adelgundiskapelle und die Staffelbergklause begrüßen den Besucher und laden zum Ausruhen ein.
In der Klause lebten vom späten 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts Eremiten. Der Eremit Jakob Heß errichtete von 1761 bis 1763 das Heilige Grab in der Kapelle. Dieses ist auch heute noch zu sehen, in diesem Jahr noch bis zum 9. Mai.
Freiwillige Helfer aus der Staffelsteiner katholischen Pfarrgemeinde St. Kilian bauen jedes Jahr drei Tage daran, damit alles an seinem Platz ist und die Figurengruppen sich richtig bewegen. Die Mechanik ist kompliziert und es erfordert viel Fingerspitzengefühl, damit alles funktioniert.
Die Figurengruppen zeigen den Leidensweg Jesu, seinen Tod und die Auferstehung. Eingerahmt werden die drei beweglichen Ebenen von weiteren bib lischen Szenen. Neben der alten Mechanik ist der stufenförmige Aufbau eine Besonderheit. Abgerundet wird das Bild durch verschiedenfarbige Lichter.

Viele Besucher in jedem Jahr

Im 18. und 19. Jahrhundert zogen jedes Jahr in der Nacht zum Karfreitag tausende Menschen auf den Staffelberg, um an dem Heiligen Grab zu wachen und zu beten. Auch in der heutigen Zeit ist, besonders zu Ostern, hier viel los.
Das Heilige Grab ist groß und bunt und es steckt viel Arbeit darin. Die beweglichen Figuren ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Besonders für Kinder ist das interessant. Außerdem stellt das Heilige Grab ein Ziel dar, das für die kleinen Wanderer ein Anreiz sein kann.

Der Weg ist das Ziel

Der Detailreichtum des Heiligen Grabs lädt auch die großen Wanderer jedes Jahr wieder zum Neu- und Wiederentdecken ein.
Der eine oder andere Wanderer, der sich in die Kapelle begibt und sich das Heilige Grab ansieht, wird es vielleicht als kitschig empfinden. Für andere, die zur Adelgundiskapelle hinauf pilgern, ist die barocke Staffelage der Ausdruck intensiver Kreuz- und Passionsverehrung.
Wer sich nicht durch das Heilige Grab auf den Staffelberg locken lässt, der kommt vielleicht wegen der beeindruckenden Aussicht und der entspannten Atmosphäre. Auch der Weg kann das Ziel sein