Den Führungs-Crew geht die Feuerwehr in die Zukunft. Vorsitzender Christoph Hofmann (38), Kommandant Sebastian Dorsch (25), Zweiter Kommandant Claus Zillig (29) und Jugendwartin Michaela Böhmer (25) freuen sich auf ihre Aufgaben und darauf, die Wehr mit 29 Aktiven, sechs Jugendlichen und rund 100 Passiven in Teamarbeit zu führen.

Heute sei es nicht mehr normal, dass jeder Jugendliche im Dorf automatisch der Feuerwehr beitritt, sagt Claus Zillig. Vor einiger Zeit noch sei das fast selbstverständlich gewesen für Jugendliche, die zum einen technisch interessiert sind und andererseits das Gesellige schätzen.

Der frisch gewählte Kommandant, Sebastian Dorsch, ist bereits als Teenager der Feuerwehr beigetreten. 2004 sei das gewesen, als die erste Jugendgruppe ins Leben gerufen wurde und seine Freunde geschlossen zur Feuerwehr gingen. Einer habe den anderen mitgezogen.

Als Kommandant, sagt Sebastian Dorsch, sei ihm die Teamarbeit in der Wehr besonders wichtig. Einmal monatlich würden weiterhin Übungen für die Aktiven angesetzt, damit die Wehr fit bleibe. Zusammen mit Pferdsfeld und Niederau bilde die Unterneuseser Feuerwehr eine Alarmierungseinheit. Das sei erforderlich, um tagsüber - zwischen 6 und 18 Uhr - einsatzfähig zu bleiben, wenn sich viele der aktiven Einsatzkräfte an ihren teils weit entfernten Arbeitsplätzen befinden.


Drei Wehren wirken zusammen

Christoph Hofmann, der bislang als Kommandant fungierte und nun zum Vorsitzenden gewählt wurde, weist darauf hin, dass sich die Aktiven der drei Dörfer nun auch gemeinsam auf die Leistungsprüfung vorbereiten. Das sei sinnvoll, weil die Wehren im Einsatz zusammenarbeiteten. Zudem gebe die Feuerwehr jungen Leuten die Möglichkeit, den Pkw-Führerschein auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zu erweitern. Das sei erforderlich, um das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF 44/1) bewegen zu dürfen. Diese Unterweisungen seien in Eigenregie möglich, erklärt Christoph Hofmann. "Wir machen die Ausbildung", lediglich die Prüfungsfahrt werde von einem Mitarbeiter des Landratsamts abgenommen.

"Ich versuche, frischen Wind in die Jugendarbeit zu bringen", sagt Michaela Böhmer, die kürzlich zur Jugendwartin bestimmt wurde. Den Jugendlichen möchte sie über die Feuerwehrausbildung hinaus ein Freizeitprogramm anbieten: "Alles, was mit Spaß verbunden ist" wie Bowling, Kanu fahren auf dem Main oder ein Besuch der Kart-Arena.

"Sebastian und Michaela kamen ja schon mit zwölf Jahren zur Jugendfeuerwehr, Christoph ging mit 16 in den aktiven Dienst", sagt Claus Zillig, "bei mir war es so, dass ich erst mit 18 zur Feuerwehr gegangen bin." Seine Motivation sei gewesen, dass er gern mit technischem Gerät umgehe.


Soziale Komponente

Dazu komme, dass sein Vater vorher schon 25 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr leistete, wodurch er schon einiges mitbekommen habe, fährt Claus Zillig fort. "Außerdem sehe ich es als selbstverständlich an, dass man Menschen, die sich in einer Notlage befinden, hilft", fügt er an, denn jeder sei erleichtert, wenn Leute kommen und Hilfe leisten - "genauso wie ich selbst froh wäre, wenn die Feuerwehr kommt, um mein Eigentum zu retten, etwa wenn es brennt". Und zudem leiste die Feuerwehr einen großen Beitrag in der Dorfgemeinschaft.

In Unterneuses mit rund 400 Einwohnern ist die Feuerwehr einer von drei Ortsvereinen. Mitglieder der Feuerwehr nehmen etliche kulturelle Aufgaben wahr - etwa das Aufstellen des Kirchweihbaums, das Organisieren und Entzünden des Johannisfeuers sowie das Schmücken des Christbaums. Sogar die Hausausstellung der Firma Motorgeräte Hofmann wird inzwischen von der Feuerwehr organisiert, denn das Ereignis ist so erfolgreich, dass es zu einem Dorffest geworden ist. Heuer findet es am Wochenende 1./2. April (9 bis 16 Uhr) statt.