Heiterer Termin am Montagmorgen: Eine Dame und neun Herren in weißen Bademänteln, mit blauen Helmen auf dem Kopf und Spaten in den Händen stehen am Ufer des Lauterbaches. Sie unterhalten sich über das Projekt, das hier in den kommenden Monaten verwirklicht werden soll. An diesem Vormittag haben sich Vertreter der Stadt Bad Staffelstein, der Obermain-Therme, des Kurhotels und der Baufirma Raab getroffen, um den symbolischen ersten Spatenstich zum Bau eines Bademantelganges vom Kurhotel zum Themalbad auszuführen.
Vor 25 Jahren, als das Kurhotel gebaut wurde, gab es bereits Pläne, einen solchen Bademantelgang vom Kurhotel zum Thermalbad zu bauen. Damals wurde das Projekt jedoch nicht verwirklicht. Nun aber, da die Therme einen Trakt zur Erweiterung ihres Umkleidebereiches anbaut, nutzten die Gesellschafter des Kurhotels die Gelegenheit, einen Bademantelgang zu errichten. Die Kosten für das Bauwerk liegen im hohen sechsstelligen Bereich; sie werden ausschließlich von den Eigentümern des Kurhotels getragen.

84 Meter lang wird das Bauwerk, das vom ersten Stock des Hotels ins erste Obergeschoss der Therme führt. Dass der Bademantelgang erst jetzt errichtet wird und nicht schon vor 25 Jahren gebaut wurde, hat sogar einen Vorteil: "Die Therme kommt uns nun entgegen, wir sparen fünf Meter Brücke", scherzt Erwin Kühnlein, Vorsitzender der Managementgesellschaft des Kurhotels.

Mehrere Möglichkeiten erörtert

"Wir leben von den Stammkunden - und die sind 25 Jahre außen herum gelaufen", sagt Andreas Poth, der Geschäftsführer des Kurhotels. Vor drei Jahren, fährt er fort, habe man zusammen mit dem Bauunternehmer Wolfgang Schubert-Raab über eine Anbindung des Hotels an die Therme nachgedacht. Schnell sei es verworfen worden, eine Seilbahn oder einen Tunnel zu bauen.

Immer wieder, sagt Andreas Poth, erhalte das Kurhotel Anfragen von potenziellen Gästen, ob ein direkte Verbindung zum Thermalbad bestehe. Bisher habe die Kollegin an der Rezeption das verneinen müssen, worauf eine verhaltene Reaktion erfolgt sei: "Dann überlegen wir uns die Buchung nochmal."

Der Bademantelgang bringt für beide Seiten Vorteile. Die Gäste des Kurhotels gelangen künftig bei jeder Witterung sehr bequem und auf direktem Weg ins Thermalbad. Sie können mehrmals täglich hin und her pendeln. Ihre Straßenkleidung und die Wertsachen bleiben im Hotel, sie müssen nicht in einem Spind im Umkleidebereich der Therme untergebracht werden.

Die Obermain-Therme hat den Vorteil, dass die Gäste aus dem Kurhotel keine Spinde belegen und nicht über den Kassenbereich herein kommen. Wolfgang Schubert-Raab fasst es zusammen: "Es ist, als würde die Therme zum Hotel gehören."

Drei Stunden Therme inklusive

"Unsere Gäste gehen davon aus, dass sich die Zimmerpreise anpassen werden, weil der Eintritt in die Therme inkludiert wird", sagt Andreas Poth. 40 000 Übernachtungen werden in den 112 Doppelzimmern des Kurhotels jährlich registriert, die Hälfte sind Geschäftsreisende, die andere Hälfte Urlauber. Wenn nur ein Teil dieser Gäste die Möglichkeit wahrnimmt, drei Stunden die Obermain-Therme zu besuchen, gewinnt das Thermalbad dadurch künftig weitere Besucher.
Barrierefreiheit ist ein Schlüsselbegriff beim Bau des Bademantelgangs - ebenso wie bei der Erweiterung des Umkleidebereichs der Therme. Errichtet wird eine Stahlkonstruktion mit Metallfassade. Der Bademantelgang wird nur wenige Fenster haben - aus Sichtschutzgründen und damit er sich im Sommer nicht so sehr aufheizt. Vor den Panoramafenstern sollen jedoch kleine Ruhezonen entstehen, die den Blick auf Vierzehnheiligen, Kloster Banz und den Staffelberg ermöglichen. Die Fertigstellung des Ganges ist im Winter 2015/16 angepeilt.