Wer in seinem Internet-Browser www.stadt-weismain.de eintippt, wird die Seite über das Jurastädtchen kaum wiedererkennen. Verantwortlich für den vor kurzem frei geschalteten städtischen Internet-Auftritt, der nach der "Frischzellenkur" ein Plus an Informationen und Bedienbarkeit bietet, ist ein zum größten Teil ehrenamtlich tätiger Arbeitskreis.
"Unser Ziel war es, eine digitale Visitenkarte der Stadt zu erstellen", beschreibt Stefan Barthel die Herangehensweise des vierköpfigen Teams, das seit Februar in seiner Freizeit am neuen Netzangebot tüftelte. Dass die Umsetzung dieses Vorhabens gelungen ist, erschließt sich dem Betrachter bereits auf den ersten Klick - vor allem, wenn er noch die seit September 2001 optisch nahezu unveränderte Homepage in Erinnerung hat.
Bereits die Startseite besticht durch Aufgeräumtheit, gefällt mit höherer Übersichtlichkeit, ansprechenden Illustrationen und einer besser lesbaren, weil größeren Schrift. Was die überarbeitete Internet-Seite zu leisten im Stande ist, erschließt sich dem Nutzer aber erst, wenn er sich länger mit ihr befasst. Alles, was sie vorher zu bieten hatte, ist weiterhin erhältlich, zum Teil aber anders aufgeteilt und massiv erweitert.
"Stark ausgebaut haben wir das touristische Angebot", erklären der Weismainer Stefan Barthel und Ingo Bäuerlein aus Geutenreuth, die für die Konzeption zuständig waren. Nicht nur eine Fülle von Informationen über Wanderwege, Spielplätze, Übernachtungs- und Einkaufsinformationen ist nun zu finden, ein besonderer Clou sind die Luftbilder und die zoom baren Karten von Weismain und seinen Stadtteilen. Da beim Seitendesign auch auf eine Anpassung für mobile Geräte wie Tablet-PCs oder Handys mit Internet-Zugang geachtet wurde, kann sich laut Stefan Barthel nun "jeder Besucher auf dem Smartphone anzeigen lassen, wo er sich gerade befindet und wo er hin möchte".
Für die Umsetzung der Ideen war Steffen Hollstein verantwortlich, der zwar in Kasendorf wohnt, wie Barthel allerdings bei der Firma Baur in Weismain arbeitet. Er programmierte auch eine Funktion, die gerade diejenigen Seitennutzer zu schätzen wissen dürfen, die auf eine schnelle Information aus sind: die bisher schmerzlich vermisste Suchfunktion in der rechten oberen Ecke, mit der umständliche Klicks durch Kategorien der Vergangenheit angehören.
Mit 30 ehrenamtlichen Arbeitstagen beziffert Hollstein den Aufwand für die Homepage. Barthel benötigte in den vergangenen zehn Monate etwa 20 Tage. Auf zehn Tag kam Ingo Bäuerlein, der ein stilisiertes Schmetterlingslogo (in Anlehnung an den seltenen im Stadtgebiet zu findenden Apollofalter) entwarf und eine Reihe toller Luft- und Panoramabilder ebenso beisteuerte wie sehenswerte Stadt-Impressionen.

Archivarin pflegt den Auftritt

Ganz ohne Stadtpersonal ging die neue Seite dann aber doch nicht ans Netz: Archivarin und Fremdenverkehrsamtsleiterin Andrea Göldner, die auch in Zukunft für die Pflege des Auftritts verantwortlich ist, schrieb ebenso wie Barthel Texte und lieferte für stadt-weismain.de historische und aktuelle Bilder.
Apropos Fotos: Allein deren Zahl ist ein Beleg dafür, wie umfangreich das Angebot nun ist. Exakt 521 Bilder sind derzeit auf der neuen Seite zu finden, mehr als dreimal so viel wie zuvor.
Angesichts dieser Leistung bedankte sich Bürgermeister Udo Dauer bei der Präsentation der Stadt-Homepage in der Tourist-Information des Kastenhofes herzlich bei dem Arbeitskreis für dessen "unbezahlbaren Einsatz". Zugleich wies er darauf hin, dass sich Kosten für die Überarbeitung im fünfstelligen Bereich bewegt hätten, hätte diese eine Firma vorgenommen. Nicht nur auf Grund des Sparpotenzials, sondern auch weil "ortsansässige Bürger den besseren Blick haben", sei die Entscheidung für den von ihm im Nachgang des Stadtentwicklungskonzepts initiierten Arbeitskreis richtig gewesen.
Dauer lobte vor allem das Bürgerservice-Angebot der modernisierten Website. Formulare, Satzungen und Verordnungen zum Download seien ebenso zu finden wie die Möglichkeit, via Kontaktformular unkompliziert Fragen an die Verwaltung zu stellen und auf Missstände hinzuweisen. Hier reicht die Betreffsauswahl vom fehlenden Verkehrsschild bis hin zur Meldung eines Wasserrohrbruchs.
Auch wenn die Seite nun "nahezu perfekt" sei, wünscht sich der Bürgermeister noch die Einbindung in soziale Dienste und Netzwerke wie Facebook, Twitter oder YouTube als weitere Möglichkeiten für "digitale Visitenkarten" der Stadt im Netz.