Als ob ein Sonnenstrahl die düsteren Wolken über Vierzehnheiligen durchdrang, so kam im Januar die Rettung der Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege. Die Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste (GGsD), eine Tochter der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) mit Sitz in Hamburg, hat die Einrichtung der Franziskusschwestern übernommen. Am vergangenen Samstag unterschrieben Generaloberin Schwester Regina Pröls und die GGsD-Geschäftsführerin Ute Kick den Vertrag.

Probleme seit Sommer

Bereits im Sommer 2013 zeichnete sich ab, dass zum Schuljahresbeginn 2013/2014 kein neuer Jahrgang für den Bereich "Ernährung und Versorgung" starten konnte. Ab Herbst 2014 wäre dann die letzte Klasse der "Berufsfachschule für Kinderpflege" unterrichtet worden. "Schulen - insbesondere in privater Trägerschaft - können heute allerdings nur dann annähernd wirtschaftlich und zielorientiert arbeiten, wenn sie in größeren Zusammenhängen stehen", hieß es am 10. Januar in einer Presseerklärung der Kongregation der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen.
"Wir freuen uns, dass die traditionsreiche Schule ‚St. Kunigund‘ jetzt wieder eine Zukunft hat. Mit der Betriebsübertragung sichern wir ein wichtiges Bildungsangebot in Oberfranken", sagte die Generaloberin unserer Zeitung. Sie erinnerte an schwere Wochen und Monate, in denen die Zukunft der Räumlichkeiten und die Kündigungen der Lehrerinnen und Lehrer viel Kopfzerbrechen machten. Das Unterrichtsfach Hauswirtschaft musste schon im Herbst 2013 eingestellt werden "Mit dem unerwarteten Angebot von Ute Kick waren alle Probleme mit einem Schlag vom Tisch."
Ute Kick betonte: "Wir haben ein gemeinsames Konzept entwickelt, das die Weiterführung der Schulen langfristig sichert." "Wir wollen Bewährtes erhalten und neue Impulse geben". Zum Beispiel sei eine neue Fort- und Weiterbildungseinrichtung geplant. Für das Schuljahr 2015/16 soll eine Fachakademie für Heilpädagogik aufgebaut werden. Für das Schuljahr ab September dieses Jahres würden ab sofort wieder Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Die Möglichkeit der Internatsunterbringung bleibe gleichfalls bestehen. "Alle Lehrkräfte und Mitarbeiter werden übernommen, nach Tarif oder sogar besser bezahlt", unterstrich Ute Kick. Neue Arbeitsverträge mit den Beschäftigten würden demnächst unterschrieben. In den Ferienzeiten seien Fort- und Weiterbildungen sowie Angebote der Hospiz-Akademie geplant, um die Auslastung der Schulräume zu erhöhen. Für die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule für Kinderpflege bestehe künftig die Möglichkeit, an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Coburg eine Ausbildung zum/zur Erzieher/in anzuschließen, stellte die Geschäftsführerin in Aussicht. Schulleiter Herbert Schäfer-Ruschig freute sich über diese berufliche Chance für seine Absolventinnen und Absolventen.
Neben einem beruflichen Abschluss können die Schüler der Berufsfachschulen im Rahmen ihrer Ausbildung auch den mittleren Schulabschluss erwerben. Er hatte zur Feier des Tages mit seiner Mannschaft und den 47 Auszubildenden ein Frühlingsfest und einen Tag der offenen Tür organisiert.