Mega Gun Fire, Deluxe Selection, Maxi Vesuv oder auch Ultrasound: Dieses Jahr ist der maximale Silvester-Spaß garantiert, wenn man den Namen auf den Verpackungen vertrauen mag. Wie in den Jahren zuvor setzen die Hersteller wieder auf die Größe der Raketen, die Schussanzahl und die Brenndauer. Das Motto lautet: Lauter, größer, länger.

Die Titel richten sich größtenteils an Männer - ihr kindlicher Spieltrieb soll geweckt werden. So sprechen Namen wie "Heavy Boy" und "Samurai Fighter" lediglich das männliche Publikum an.

Nur vereinzelt finden sich an Frauen gerichtete Raketen und Knaller in den Regalen. Deren rosa Farbe fungiert dabei als erster Lockruf für das weibliche Publikum, Namen wie "Ladypopper", "Herzwunderkerze", "Wolke Sieben Rakete" oder auch "Eisprinzessin" verstärken ihn zusätzlich.


Kinderknaller verniedlicht

Da gestaltet sich die Suche nach passendem Silvester-Spaß für Kinder und Jugendliche leichter. Süße Tierbilder und Comic-Helden verharmlosen die Gefahr, die hinter den Knallern mit den Namen "Mausi" oder "Ente" steckt. Deshalb sollten Erwachsene beim Schießen immer in der Nähe ihrer Kinder bleiben.

Nadine Tremel könnte darauf sogar ganz verzichten: "Mir ist das Geld zu schade. Ich kann mit 20 Euro Besseres anfangen, als sie in die Luft zu schießen. Aber für die Kinder kaufe ich Wunderkerzen und Knallfrösche."

Batterien und Raketen werden in diesem Jahr am häufigsten gekauft, sagt eine Verkäuferin vom E-Center in Lichtenfels. Das Feuerwerk muss im Laden gut gesichert werden. "Ein Abstand zu normalen und vor allem entflammbaren Lebensmitteln muss eingehalten werden", so die Verkäuferin. Das gelte übrigens auch für die Ware im Lager. Außerdem müsse ein Hinweisschild angebracht werden, dass nebenan nicht geraucht werden darf.

Silvester in europäischen Ländern: Gesetze, Bräuche und Verbote

Verkauf Privatpersonen haben in Deutschland laut Gesetz nur an drei Tagen die Möglichkeit, Feuerwerkskörper zu kaufen. So streng geht es laut dem Vergleichsportal netzsieger nur in den Niederlanden zu. Ganzjährig verkauft wird Feuerwerk hingegen in Ländern wie Österreich, Italien, Polen, Tschechien oder auch Spanien. "Die Feuerwerksartikel dürfen in Deutschland ab dem 31. Dezember bis zum 1. Januar jeweils ganztägig abgebrannt werden. Die Zeiten können je nach Bundesland leicht abweichen. Zudem bestehen in einigen Städten und Gemeinden zeitliche Einschränkungen", heißt es auf der Internetseite. In Finnland, Norwegen und den Niederlanden dauert der Spaß sogar noch kürzer - in einem Zeitfenster von sechs Stunden (18 bis 2 Uhr) dürfen die Böller nur gezündet werden.

Verbote In einigen Städten Europas ist das Entzünden von Silvester-Raketen verboten - auch am 31. Dezember. Hierzu zählen unter anderem Paris, die Altstadt von Bern, die Innenstadt von Wien, Prag und Brüssel sowie Teile von Oslo.

Umsatz Der Gesamtumsatz mit Feuerwerk beträgt laut Vergleichsportal netzsieger in Deutschland etwa 133 Millionen pro Jahr.

Bräuche Bleigießen, Raclette und Fondue sind typisch deutsche Bräuche zu Silvester. In Italien glauben die Einwohner, rote Unterwäsche bringe Glück. In Spanien wird um Mitternacht beim Glockenschlag eine Traube gegessen und sich gegenseitig gratuliert.