Joseph Pietz aus Marktzeuln steht eine glanzvolle Musikerkarriere bevor. Der 14-Jährige hat bereits das Silberne Leistungsabzeichen des Nordbayerischen Musikbundes abgelegt. Er ist Mitglied des Schülerorchesters und spielt Querflöte im Musikverein Marktzeuln. Seine Liebe gilt aber nicht nur den kleinen Instrumenten, sondern auch den ganz großen. Er spielt die Orgel in der Kirche St. Michael Marktzeuln und hilft auch mal in der Basilika Vierzehnheiligen an der großen Riegerorgel aus. Die Musik wurde ihm in die Wiege gelegt. Der Vater bläst Tuba und der Bruder Trompete. Joseph war Teil des Blasmusikkonzerts am Tag der Deutschen Einheit in der Adam-Riese-Halle.

Die Halle erzitterte

Wenn der Klang mächtiger Alphörner die Halle erzittern lässt und dazu sechs Tuben wummern, dann feiern 1000 Freunde der Blasmusik ihr Fest. Höhepunkte wurden am vergangenen Samstag beim Jubiläumskonzert des Nordbayerischen Musikbundes Bezirk Oberfranken jede Menge geboten. 25 Jahre besteht das Jugendauswahlorchester. Seit 25 Jahren dirigiert Georg Maderer die jungen Musiker. Ein Ehemaligenorchester brachte dem Jubilar ein Ständchen, bei dem er selbst den Taktstock schwang.

Unter der Leitung von Bezirksdirigent Maderer und Bezirksjugendleiter Michael Botlik wurden die 145 Mitglieder der Schüler- und Jugendorchster aus 52 Vereinen, darunter Musiker aus Burgkunstadt, Mainroth, Hochstadt, Ebensfeld, Marktzeuln, Mistelfeld und Modschiedel aus dem Landkreis Lichtenfels vom Publikum stürmisch gefeiert. Höhepunkt des Konzerts war das Finale, als rund 200 Musiker gemeinsam das Frankenlied und die Nationalhymne anstimmten. Das Schülerorchester bestritt den ersten Teil der Veranstaltung mit zeitgenössischen Komponisten. Die jungen Musiker sagten die Werke selbst an, bedienten sich dabei einer blumigen Sprache und ließen es nicht an humorvollen Bemerkungen fehlen. In den Osterferien hatte man sich auf das Konzert vorbereitet, allen hatten großen Spaß in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter. Die "Ehemaligen" schmetterten die Jubiläumsfanfare von Kees Vlak, ließen in der "Jungle Fantasy" die Elefanten trompeten und die nächtliche Dschungel-Geräuschkulisse aufleben. Die Jugend überzeugte mit Highlights der Blasmusik. Jacob de Haans "Diogenes" nahm Bezug auf den griechischen Philosophen.


Schließlich noch die Alphörner, ganz speziell

Bei Kurt Gäbles "Begegnung" kamen die Alphörner zum Einsatz, bis die "Danzas Cubanas" von Robert Sheldon den musikalische Reigen beschlossen. Ein Stück, bei dem sich das Orchester in seiner Spielfreude so richtig austoben konnte. Hier wie bei anderen Titeln präsentierten sich einzelne Musiker als auch hervorragende Solisten.