Es wurde kein großer Sturm, aber als laues Lüftchen möchte man es auch nicht bezeichnen. Der Stadtrat befasste sich mit der Fortschreibung des Regionalplanes Oberfranken-West zu neuen Vorrangflächen für die Windkraftnutzung.
Während sich in Weismain bereits Bürgerprotest formiert hat und der Stadtrat dort die geplanten Vorrangflächen ablehnt, sieht es in Bad Staffelstein nicht danach aus - im Gegenteil: Dort kann man sich sogar vorstellen, noch mehr Flächen vorzuhalten, als momentan ausgewiesen werden sollen. Nun lässt sich die Situation allerdings nicht in allen Punkten vergleichen. Auf dem Jura könnten rund die Hälfte von 880 Hektar Vorrangflächen im gesamten Landkreis ausgewiesen werden, so der Weismainer CSU-Stadtratsvorsitzende Jochen Bauer. Im Stadtgebiet von Bad Staffelstein summiert sich das Areal auf vielleicht 100 Hektar, da ein Teil der drei bisher vorgesehenen Flächen auch auf anderen Gemeindegebieten liegt. Doch gerade hier hätte man trotzdem eine ähnliche Diskussion erwarten können, schließlich ist die Natur ein wichtiges Kapital in einer Tourismus-Region, die in diesem Jahr die Marke von 600 000 Übernachtungen im Jahr überschreiten möchte.
Die bisher vorgesehenen Areale liegen im westlichen und nördlichen Teil der Stadt (Draisdorf-Süd, Püchitz-Süd und Tiefenroth-West). Insgesamt maximal neun Windräder könnten dort zusammen Platz finden, rechnete Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) vor.
Mit einem Gebiet zwischen Kümmersreuth und Lahm bringt die Genossenschaft "Neue Energie Obermain" (NEO), die sich in der Stadtratssitzung im März vorgestellt hatte, eine weitere Idee auf den Tisch. Diese Bürgergenossenschaft will die Energiewende voranbringen und entsprechende Projekte, die von Privatpersonen getragen werden, anstoßen. Bei einer Infoveranstaltung mit der Firma Naturstrom Ende Mai in Schwabthal hatte die Genossenschaft ihre Überlegungen rund 30 Besuchern vorgestellt und Rückenwind bekommen.
Den konnte man auch im Stadtrat spüren. Bürgermeister Jürgen Kohmann sagte, dass man nun prüfen wolle, ob man dort eine Vorrangfläche ausweisen kann, dabei müsse man dort Dinge wie Wasserschutz für die Schwabthaler Quellen, die Ansprüche der Steinbruchbesitzer und des Naturschutzes berücksichtigen. Zusammen mit den anderen Vorrangflächen werde man dann das Thema bei der nächsten Sitzung am 24. Juli behandeln und die von der Regierung geforderte Stellungnahme abgeben. So blieb es im Gremium bis auf ein paar kurze Nachfragen ruhig. Uwe Fischer, Vorstand der NEO, der als Gast dabei war, wunderte sich: "Ich hätte schon jetzt mit mehr Diskussionen gerechnet."