Als die Zusagen für ihre Bewerbungen kamen, legte Jasmin Büttner alle, die nicht aus Bad Staffelstein stammten, gleich in die Ecke: "Das ist meine Stadt, hier wollte ich hin."
Es gibt eine Neubürgerin im Ort, eine, die gerne ihre neue Heimat auch nach außen hin vertreten möchte. Zum 1. Oktober beginnt sie ihre Ausbildung als Industriemechanikerin bei Fortuna, dem Spezialisten für Bäckereimaschinen in Bad Staffelstein. Verbunden ist damit ein Studium in Heidenheim an der Brenz. "Dafür sind dort ganz neue Gebäude gebaut worden."
Alles neu, Aufbruch in einen weiteren Lebensabschnitt? Die neue Wohnung in der Stadt ist schon eingerichtet. Das Kinderzimmer zu Hause gibt es nicht mehr.
Zu Hause, das war bisher Steinbach-Hallenberg, ein kleiner Ort in Thüringen in der Nähe von Schmalkalden. In Schmalkalden hat die 18-Jährige in diesem Jahr auch ihr Abitur abgelegt. Rund 100 Kilometer sind es über die Autobahn A 73 bis nach Bad Staffelstein. Ihre Eltern haben einen Metallbaubetrieb mit CNC-Maschinen - so wurde auch ihr Interesse an einer Ausbildung in dem Bereich geweckt. "Ich habe eigentlich nie etwas anderes machen wollen. Mich haben viele gefragt, warum ich unbedingt nach Bayern wollte. Die Leute sind hier nett und aufgeschlossen." Jasmin kommt aus einem kleinen Ort mit etwa 2000 Einwohnern. Da fühle sie sich in Bad Staffelstein gut aufgehoben, und hübsch sei es hier, findet sie: "Wenn man hier durch die Gassen geht, sieht das oft aus wie gemalt."
München und Nürnberg - auch von da hatte Jasmin Zusagen - gefielen ihr da bei Weitem nicht so gut. Die Region kennt sie von Besuchen. "Ich bin schon auf dem Staffelberg gewandert, war in der Therme und in Kloster Banz. Im September vergangenen Jahres hatte mich Fortuna nach einem Praktikum zur Messe Südback eingeladen. Über die Kollegen dort habe ich auch schon einen Bekanntenkreis hier aufgebaut."
Die Idee, sich als Thermenkönigin zu bewerben, kam ihr, als sie in der Stadt an einem Plakat vorbei ging. "Da habe ich einfach meine Bewerbung abgegeben. Als dann einen Tag später die Einladung zum Casting im Briefkasten lag, wusste ich: Nun wird es ernst", erzählt sie. Wie man als Thermenkönigin auftreten sollte? "Man soll Anregungen geben, die Leute ansprechen. Wen man nicht erreicht, der kommt auch nie."
Dass die Region nicht nur wegen der Therme anziehend ist, weiß sie aus ihrem Bekanntenkreis: "Beim Brauerfest habe ich viele Freunde aus meiner Heimat getroffen." Dort hat sich nämlich schon herumgesprochen, was die Stadt in der jüngsten Zeit immer besser vermarktet: Es gibt auch für Freunde des Bieres hier viel zu entdecken.