Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2013 schreiten voran: Der eigens für die Planung gegründete Arbeitskreis legte während seines jüngsten Treffens einen ersten groben Fahrplan durch das "Abt-Knauer-Jahr" vor. Während einige der vielfältigen Aktivitäten bereits sicher sind, stehen hinter anderen noch Fragezeichen. So ist nach wie vor ungewiss, ob es eine zentrale Großveranstaltung gibt.
Zu Beginn der Zusammenkunft im Schönborn-Saal des Kastenhofes wiesen Bürgermeister Udo Dauer (CSU) und Stadtarchivarin Andrea Göldner auf den Hintergrund des festlichen Anlasses hin. Ursprünglich sollte ein 900. Jubiläum gefeiert werden, weil Weismain im Jahr 1313 das Stadtrecht erhalten haben soll. Da diese Jahreszahl zwar schriftlich überliefert, aber durch keine Urkunde zu belegen sei, wurden die Feierlichkeiten auf den 400. Geburtstag des wohl berühmtesten Sohnes des Städtchens ausgerichtet: Der um 1613 in Weismain geborene Mauritius Knauer, der spätere Abt von Kloster Langheim, ist als Verfasser des Hundertjährigen Kalenders bekannt.

Günter Dippold wird referieren


Mit einem Referat über das Leben des Abts und Wetterbeobachters soll deshalb auch das Jubiläumsjahr eingeleitet werden, beschloss der Arbeitskreis. Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold wird Anfang des kommenden Jahres einen CHW-Vortrag über Abt Knauer halten, wobei ein genauer Termin noch vereinbart werden soll.
In der zweiten Januarhälfte beginnt die Aktion "Weismain leuchtet", die von der Coburger Fachhochschule vorbereitet wird; ein Schwerpunkt der Lichtinstallation soll die "Hölle", das frühere Gewerbeviertel des Städtchens, sein.
Nach dem Faschingstreiben Mitte Februar ist in der Fastenzeit ein Konzert des Ensembles "Musica Antiqua Bambergensis" denkbar. Die Gruppe spielt auf historischen Instrumenten Stücke aus dem 16. Jahrhundert, unter anderem auf solche des Weismainer Komponisten Johann Degen.
Im März gibt es mit der Taufe Mauritius Knauers (14. März) und dem Internationalen Tag der Meteorologie ("Weltwettertag" am 23. März) gleich zwei Anknüpfungspunkte.
Abstand genommen haben die Planer von Überlegungen, die Pfingsttage mit Baur-Triathlon und "Rad-Tour pur" (19./20. Mai) für ein größeres Fest zu nutzen.
Fest stehen dagegen die Open-Air-Theatertage der Kolpingsfamilie vom 7. bis 9. Juni, deren Theatergruppe erstmals vor dem Turm im Kastenhof im Freien auftritt, bevor an gleicher Stelle vom 21. bis 24. Juni die Kirchweih stattfindet.
Der Juli ist jedoch für größere Vereinsfeste (270-jähriges Bestehen der Blasmusik, Bezirks- und Stadtfeuerwehrtag mit Leistungsmarsch, 60-jähriges Bestehen der Evangelischen Frauenhilfe) reserviert.
Am ersten August-Wochenende folgt das Schützenfest. Die Schwedenprozession (15. August) könnte durch die Teilnahme der Kronacher "Ausschuss-Kompagnie" mit ihrer Ausstattung aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und mit einem "Großen Zapfenstreich" aufgewertet werden. Für August denkbar ist zudem ein Gaukler- und Handwerkerfest mit mittelalterlichem Flair in der "Hölle", dessen Erlös der Restaurierung der Stadtmauer in diesem Bereich zugute kommen soll.

Festwochenende im Oktober?


Als geeigneter Monat für ein Festwochenende erachtet der Arbeitskreis den Oktober. Zu diesem Wochenende könnten ein Festabend mit einem Vortrag über Abt Knauer oder über die Stadt ebenso gehören wie ein CHW-Symposium oder ein Festgottesdienst mit Maximilian Heim, dem Abt des Stifts Heiligenkreuz im Wienerwald, wo Mauritius Knauer während des Dreißigjährigen Krieges weilte.
Die weiteren Arbeitskreis-Vorschläge reichten von einem Konzert im September über einen weiteren CHW-Vortrag mit historischen und aktuellen Ansichten Weismains im November, die an eine gleichartige Sonderausstellung im Nord-Jura-Museum anknüpft, bis hin zu einem aufgewerteten Thomas-Markt (21. Dezember) zum Ausklang dieses Jubiläumsjahres.
Geht es nach dem Gremium, dem Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft angehören, könnten sich auch die örtlichen Bäckereien, Konditoreien, Metzger und Gastwirtschaften des Themas annehmen. Denkbar wären eine "Abt-Knauer-Schlemmermeile", eine von Bürgermeister Dauer angeregte "Stadtmauer-Theke" oder ein mittelalterlicher Schmaus im Rathauskeller.
Keine Einigung gab es hinsichtlich eines zentralen Fests im Jubiläumsjahr im Stil eines Altstadtfests. In vorangehenden Beratungen hatten die Juraorte erklärt, sie würden mitwirken, während die Vereine aus Weismain der Idee mit Verweis auf die negativen Erfahrungen beim bislang letzten Altstadtfest im Jahr 2002 skeptisch gegenüberstehen.
Über das Ausrichten einer Großveranstaltung soll in einem der kommenden Treffen entschieden werden. Wobei sich in den Reihen des Arbeitskreises durchaus Befürworter finden. Beispielsweise erachtete Baur-Sprecher Jörg Hoepfner einen zentralen Festakt für wichtig, um positive Erinnerungen an das Jubiläumsjahr entwickeln zu können; auch Bürgermeister Udo Dauer sagte, er könne sich vorstellen, dass ein Mittelalterfest mit altem Handwerk im Kastenhof gut ankomme.