Von der Wirtstochter zur Königin. Es hört sich an wie ein Märchen. Ein ganz normales Mädchen wächst in einem kleinen Dorf auf. Es macht viele Erfahrungen, lernt Leute kennen und wird so beliebt, dass man es eines Tages zur Königin krönt. Märchen? - Von wegen! Der Lebensweg von Emmi Zeulner. Aufgewachsen ist sie in Degendorf, als Tochter des dortigen Gastwirtes. Schon damals wurde der Grundstein für ihr späteres Leben gelegt.
"Als Wirtskind ist man einfach immer zu den Stammgästen mitgezerrt worden", erinnert sich Zeulner lächelnd. Und Politik war an den Stammtischen Tagesordnung. Schon damals habe sie immer sehr gerne zugehört und mitdiskutiert. Diese Neigung machte sich beim Wechsel von der Grundschule in Lichtenfels an die Realschule der "Englischen Fräulein" in Bamberg erneut bemerkbar: "Damals war ich Klassen- und Schülersprecherin. Das passte einfach zu mir. Ich habe mich schon immer sehr gerne für andere Menschen eingesetzt", erzählt sie.
Nach dem Abschluss besuchte sie die Volksoberschule in Bamberg und machte ihr Abitur nach. Wer jetzt das Bild einer strebsamen Musterschülerin vor Augen hat, täuscht sich. Beim Tanzverein Trieb und bei den Cheerleaders Lichtenfels tobte sich Emmi Zeulner auch mal kräftig aus.
Mit dem Abi in der Tasche erlernte sie den Beruf der Krankenschwester: "Dass ich mal etwas Soziales mache, war früh klar. Ich wollte anderen helfen". Als sie Korbstadtkönigin wurde, wurde der Gedanke an andere Menschen noch bestärkt. Als Korbstadtkönigen werde man oftmals belächelt, aber: "Man macht das aus Überzeugung für das heimische Handwerk und die Menschen, die es ausführen." Lichtenfels und sein Handwerk anderen näher zu bringen, das waren die Ziele der Königin Emmi.
Das politische Interesse blieb nicht außen vor. Eine Freundin war Vorsitzende der Jungen Union, und hier liegen auch Emmi Zeulners politische Wurzeln. Um Politik zu machen fängt jeder mal klein an: "Es kommt auf das Engagement und nicht auf den Listenplatz an", sagt sie. Dass diese These stimmt, bewies sie selbst im Wahljahr von Stadtrat und Kreistag 2008, als sie vom Listenplatz 6 auf den ersten Platz vorrückte. Seitdem ist sie auch als Jugendbeauftragte in Lichtenfels tätig. "Gelungene Jugendarbeit ist für mich, wenn man die Jugendlichen dazu motiviert, mitzuhelfen das Geschaffene zu erhalten. Ein tolles Beispiel dafür ist die Skaterbahn am Jugendzentrum."
Seit 2012 ist die motivierte Kommunalpolitikerin Fraktionsvorsitzende der Jungen Bürger im Stadtrat. Das blieb nicht ihr einziger Erfolg in jüngerer Vergangenheit. Bei den Bundestagswahlen tritt sie im Wahlkreis Kulmbach für die CSU an. Als "Nachfolgerin zu Guttenbergs" sah sie sich so mit viel nationalem und internationalem Presserummel konfrontiert.
Am Anfang sei es ungewohnt gewesen, aber es biete auch Möglichkeiten. "Ich sehe das als Chance, die ich nutzen möchte, um die Aufmerksamkeit in Berlin auch auf Oberfranken zu lenken." Oberfranken entwickle sich als Marke für Qualität und hohe Standards. "Wir können stolz auf Oberfranken sein", sagt sie. Dass sie selbst davon überzeugt ist, merkt man sowohl am Inhalt ihrer Worte, als auch an der Leidenschaft in ihrer Stimme: "Ich brenne darauf, beweisen zu dürfen, dass wir in der Region auch etwas reißen können. Daher werde ich alles dafür tun, dass es am 22. September klappt."