"Haamed is dou, wu me mich verstedd und wu ich verstandn wäh!" Dieses Kurzgedicht aus der Feder des fränkischen Poeten und Altenkunstadter Ehrenbürgers Josef Motschmann verdeutlicht am besten das Gefühl, das die Musiker der Gruppe "Saitenwynd" bei ihrem alljährlichen Heimspiel im Rahmen des Sommernachtsfestes der freiwilligen Feuerwehr Mainroth empfinden. Das beliebte Ensemble, deren Keimzelle sich in Mainroth befindet, gehört zum festen Inventar der Veranstaltung. Das zweitägige Fest, das in diesem Jahr am Samstag, 15., und Sonntag, 16. August, über die Bühne geht, ist zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden, der Alt und Jung Stunden voller Frohsinn beschert.

Neben der Gruppe "Saitenwynd", die am Sonntag zum Frühschoppen spielt, hat sich auch die "Bieroxn-Music-Band" angekündigt, die bei ihrer Premiere im Landkreis Lichtenfels am Samstagabend mit Blues, Dixie und Rock einheizt.

"Auch wenn schriftlich nichts fixiert ist, gibt es so etwas wie einen unter der Hand ausgehandelten Lebensvertrag. Das Ensemble ,Saitenwynd‘ gehört einfach zu unserem Fest dazu, weil es mit heimatlichen Liedern wie ,Marua‘ oder ,Der Karl‘ ein Stück Mainroth verkörpert und damit den Nerv der Leute trifft." So sieht es der Vorsitzende der Mainrother Floriansjünger, Manfred Hofmann.

Auch für die Musiker hat das Fest eine besondere Bedeutung. Die Damen und Herren der Gruppe "Saitenwynd" sind in dieser Welt schon viel herumgekommen, haben sich Guinness und Whiskey schmecken lassen, "doch am besten", so bekennen sie in ihrer Ode an ihre Heimat, "Marua", "schmeckt das Premium auf dem Feuerwehrhausvorplatz". Warum? Für Bodhran-Spieler, Sänger und Gitarrist Richard Schmitt liegt es nicht an der Marke, sondern am Umfeld: "Bei unserem legendären Frühschoppen trifft sich unser alter Fan-Kreis. Es sind Bekannte anwesend, die man sonst nie auf einem "Saitenwynd"-Konzert trifft. Sie empfinden unsere Songs nicht als Hintergrundmusik, sondern lauschen andächtig den fränkischen und irischen Weisen."

Auch für den Musiker Ralf Reinhardt ist das Fest inzwischen zu einer Art "Haamspiel" geworden. Mehrfach feierte er dort Triumphe mit seiner ehemaligen Band "Wart a-moll", die im Landkreis Lichtenfels zu den beliebtesten Formationen zählte und zählt. Gemeinsam mit Bernhard Zeis (Schlagzeug und Gesang) aus Schwürbitz, Jochen Schug (Bass) aus Mitwitz und Peter Bäumel (Gitarre) aus Loffeld hatte der Multiinstrumentalist aus Fischbach bei Kronach (Gitarre, Mundharmonika, Trompete und Gesang), der lange Jahre in der Polizeiinspektion Lichtenfels arbeitete, vor einem halben Jahr die "Bieroxn-Music-Band" aus der Taufe gehoben.

Dabei handelt es sich um eine Kapelle, die ihrem Namen keine Ehre macht. Wer volkstümliche Musik erwartet, der ist bei der Gruppe fehl am Platze. "Mit unserem Namen bescherten wir den Fans zunächst ein A-Ha-Erlebnis, denn schließlich sind Blues, Dixie und Rock, mal fetzig, mal balladesk unsere musikalischen Koordinaten. Doch inzwischen wissen die Musikliebhaber, was sie bei uns erwartet." Der 64-jährige charakterisiert sich als "eigenwilliger Bock, der macht, was er will." Immer in der Hoffnung, dass es dem Publikum auch gefalle.

Der knorrige, verschliffene Gesang von J. J. Cale ("Call Me The Breeze") oder die eigenwillige Coverversion des Mary Hopkins-Klassiker "Those Were The Days" aus der Feder der "Leningrad Cowbos", bei der Reinhardt seine Leidenschaft für die Trompete voll ausleben kann, haben es ihm und seinen Mitstreitern angetan. Wer Songs sucht, die nicht zum x-ten Male durch den Coverrock-Fleischwolf gedreht wurden, der wird bei dieser Band fündig.

Bei der Veranstaltung in Mainroth gibt das Quartett seine Premiere im Landkreis Lichtenfels. Warum ist für ihn und seine Freude, das Sommernachtsfest das ideale Terrain, um sich musikalisch auszuleben? "Weil das Publikum in Mainroth auf etwas anspruchsvollere Titel steht."

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