Der Bau einer dringend benötigten Quarantäne-Station im Tierheim hat deutliche Fortschritte gemacht. Bei der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins konnte Vorsitzender Rolf Herter eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. Die Bauarbeiten begannen demnach im letzten Jahr mit dem Abriss des Daches und dem Schneiden von Fensteraussparungen in die Betonwand. Damit werden die bislang dunklen Räume vom Tageslicht erhellt. In einen zweiten Schritt wurden mehrere Räume miteinander verbunden. Das Gebäude erhielt eine neue Dachkonstruktion. Vor der Winterpause konnten auch die Fenster eingesetzt werden. Um Kosten zu sparen wurden viele Arbeiten in Eigenregie durchgeführt. In diesem Jahr ist der Innenausbau vorgesehen.

Auch sonst sah sich das Tierheim im letzten Jahr vor unvorhersehbare Aufgaben gestellt. "Die Leute, die Hunde aus einem Kofferraum kaufen tun den Tieren nichts Gutes. Ein Hund ist gerettet, dafür werden zehn Hunde nachproduziert", erklärte Andreas Brucker, stellvertretender Geschäftsstellenleiter beim Tierschutzbund Bayern. Brucker sprach damit einen Fall an, der auch am Obermain für Schlagzeilen sorgte. Die Polizei hatte auf der A 70 bei Werneck nahe Schweinfurt einen tschechischen Autofahrer gestoppt, der im Kofferraum seines Kombis insgesamt 78 Hundewelpen unter katastrophalen Bedingungen transportierte. Die Behörden beschlagnahmten die Hundebabys, die auf verschiedene Tierheime aufgeteilt wurden. Fünf der kleinen Hunde kamen nach Lichtenfels.

Kostenfrage noch ungeklärt

Mittlerweile haben alle Hunde ein neues Zuhause gefunden, die Sache ist dennoch nicht zu Ende. Die Kosten des illegalen Tiertransports belaufen sich auf insgesamt 120 000 Euro. Für die Unterbringung und die tierärztliche Versorgung sind den Tierheimen Kosten in Höhe von 86 000 Euro entstanden. "Geld das eigentlich den Vereinen gehört", sagt Brucker. Wie sich herausstellte hatte der Tscheche früher Hunde gezüchtet, die Zucht aber aufgegeben. Laut Brucker ist jetzt das Landratsamt in Schweinfurt in der Plicht, in dessen Zuständigkeitsbereich die Tiere auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden. Der Fahrer des Tiertransports habe es vorgezogen, zu verschwinden. Gegen ihn läuft in Tschechien ein Ermittlungsverfahren.

Spontankäufe auf Reptilienbörsen werden auch in Oberfranken zum Problem, erklärt der Tierschützer. Bei Preisen von 50 Cent für eine Baby-Vogelspinne und 20 Euro für einen Kaiman-Jungtier lässt sich mancher zu einem Spontankauf verleiten, ohne an die Folgen zu denken. "Werden die Tiere dann größer, dann stehen ihre Halter oft vor einem Problem", sagt Brucker. Ein Kaiman kann bis zu zwei Meter lang werden und braucht deutlich mehr Platz und Pflege als ein Jungtier von rund 30 Zentimeter. Tierheime seien in der Regel nicht dafür ausgestattet diese Tiere aufzunehmen.


Die Tierheim-Bilanz

Fundtiere: Katzen stellten mit 122 die größte Gruppe der Fundtiere, die 2013 Aufnahme fanden. Gefolgt von 52 Hunden, drei Kaninchen, je einer Ratte und Taube, zwei Enten, zehn Vögel, sechs Schildkröten und einen Schafbock.

Übereignungen: Wegen Todesfall, Umzug, Allergien oder aus sonstigen Gründen wurden 45 Hunde, 44 Katzen, 21 Hasen/Kaninchen, drei Ratten, acht Vögel, 30 Meerschweinchen und drei Schildkröten im Tierheim abgegeben.

Neues Zuhause: Im Gegenzug fanden 56 Hunde, 171 Katzen, 31 Hasen/Kaninchen, 15 Vögel, acht Schildkröten und 24 Meerschweinchen ein neues Zuhause.

Aktueller Stand: Derzeit versorgt das Tierheim 21 Hunde, 25 Katzen, fünf Ratten, je ein Meerschweinchen, Kaninchen und Schildkröte.