Am Dienstag wurde Pater Alexander Ultsch CMM in der Mariannhiller Gruft auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt. Zahlreiche Priester, Weggefährten, Angehörige und ein Bus mit Freunden und Bekannten aus dem Döbertengrund, die er durch seine Herzenswärme, Freundlichkeit, Offenheit, seine bescheidene Art und menschliche Nähe berührt hatte, nahmen Abschied.

"Pater Alexander blieb seiner Heimatpfarrei Uetzing eng verbunden und war immer freundlich und offen, den Menschen zugewandt. Jeden Sommer verbrachte er bei uns seinen Urlaub, übernahm die Urlaubsvertretung des Ortspfarrers und feierte regelmäßig mit uns den Festgottesdienst zur Kirchweih", so der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jürgen Reinhardt bei seiner Trauerrede. "Die Marienkapelle in Serkendorf lag ihm sehr am Herzen. Viel Zeit investierte er auch in die Ferienbetreuung der Kinder und Jugendlichen der Pfarrei, welche sich immer noch an die zahlreichen Wanderungen erinnern", betonte Reinhardt weiter. Pater Alexander Ultsch war Ehrenmitglied des Musikvereins und brachte seine künstlerischen Fähigkeiten ein. Die Pfarrei Uetzing und Frauendorf trauere um einen guten Freund und Förderer, so Reinhart.

"Näher mein Gott zu dir"

Als Zeichen des Dankes legte er stellvertretend für die Pfarrei Uetzing und ihre Ortsvereine sowie für die Pfarrei Frauendorf einen Blumenkranz nieder. Eine Abordnung des Musikvereins Uetzing-Serkendorf spielte "Näher, mein Gott, zu dir" und "Leise sinkt der Abend nieder".

Anschließend feierte in der Herz-Jesu-Kirche der Missionare von Mariannhill der stellvertretende Provinzial Pater Mario Muschik mit zwölf Geistlichen ein würdiges Requiem. "Ich habe mein Leben in Gedanken mit meinem Herrgott durchgearbeitet. Es war paradiesisch, erzählte Pater Alexander kürzlich zwei Mitbrüder, die ihn kurz vor seinem Tod besuchten", so Pater Mario in seiner Predigt.

Seit 1963 hatte Pater Alexander Gottesdienste an der Basilika Sankt Kunibert in Köln übernommen, meistens dann, wenn der Pfarrklerus gerade Aushilfen brauchte. In den ersten 20 Jahren war das fast täglich der Fall. Seit 1986 übernahm er ähnliche Dienste an Sankt Marien in der Kupfergasse, werktags wie sonntags. In diesen 15 Jahren fungierte er zusätzlich als Hauptprediger in den jeweils im September (um Mariä Geburt) stattfindenden Festwochen.

Nach dem Abitur hatte sich Pater Alexander den Mariannhiller Missionaren angeschlossen. Das Noviziat (Probejahr) machte er im österreichischen Riedegg bei Linz; die philosophischen und theologischen Studien absolvierte er an der Universität Würzburg. Am 29. Juni 1961 wurde er in der Abteikirche Münsterschwarzach vom Würzburger Diözesanbischof Josef Stangl zum Priester geweiht.

Studium an der Kunstschule

Nach einem kurzen Interim als Präfekt in einem ordenseigenen Internat der Mariannhiller Missionare - zu Reimlingen im Bistum Augsburg - begann er an der Kölner Kunstschule mit einem Sonderstudium der Fächer Grafic Design und Fotografie. Noch ehe er die acht Semester abschließen konnte, wurde er Chef-Layouter des Missions-Magazins "mariannhill" (mmm) sowie diverser Kalender. Diese Arbeit verrichtete er bis zum Sommer 1999; 34 Jahre lang. Gleichzeitig und parallel dazu entwarf er zirka 100 Buchtitel, die meisten für die Serie "Mariannhiller Geschenkbände", die inzwischen eine Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren erreicht haben.
In den letzten Jahren hatte Pater Alexander ein umfangreiches Vortrags-Pensum bewältigt, vorwiegend in Klöstern, Altenheimen und Seniorenclubs.