Zum Wohle von Mensch und Natur wollen sich die beiden neuen Revierförster für Altenkunstadt und Burgkunstadt für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung einsetzen. Wolfgang Tschödrich aus Mistelfeld und Wolfgang Weiß aus Coburg-Rögen treten damit in die Fußstapfen von Anja Mörtlbauer, die in den vergangenen eineinhalb Jahren in den beiden Kommunen verdienstvoll gewirkt hatte.
Sie war am 1. Februar dieses Jahres aus privaten Gründen an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach gewechselt.
Ihr Nachfolger Tschödrich leitet seit 1992 das Forstrevier Lichtenfels-Mistelfeld. Im östlichen Landkreis Lichtenfels ist der 53-Jährige kein Unbekannter, denn im Zuge der Revierorganisation übernahm er im Oktober 2010 das Gebiet der Stadt Weismain und die Betriebsausführung im Stadtwald Burgkunstadt.
Sein Revier wurde jetzt um die Gemeinde Altenkunstadt erweitert, zugleich aber auch entlastet: Die Betriebsausführung im Stadtwald Burgkunstadt gab Tschödrich an den 50-jährigen Wolfgang Weiß vom Forstrevier Coburg-Rögen ab, der zudem von Mörtlbauer die Betreuung der privaten Waldbesitzer in Burgkunstadt übernommen hatte.
Dem Wunsch des Altenkunstadter Bürgermeisters Georg Vonbrunn, Mörtlbauers Stelle in Altenkunstadt komplett neu zu besetzen, war das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nicht nachgekommen.
Forstdirektor Oliver Kröner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Coburg musste deshalb anders verfahren: "Es war kein leichtes Unterfangen, die Fläche im Bereich des Amtes, wie bei einem Puzzle, zu fünf gleichmäßig ausgestatteten Revieren zusammenzufügen."
Die Tatsache, dass sich in Burgkunstadt, Stadt- und Privatwald seit kurzem in einer Hand befinden, hob der Experte als positiv hervor. Arbeitsprozesse ließen sich dadurch effizienter gestalten. Kröner zufolge seien Privatwaldbesitzer eher bereit, sich beraten zu lassen, wenn sie sehen mit welcher Professionalität ein Förster in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft die Bewirtschaftung des Privatwaldes durchführe.
Für Weiß ist es eine Rückkehr in nicht ganz unbekannte Gefilde: "Vor 20 Jahren hatte ich mir hier bei Ludwig Winkler in Woffendorf als Forstanwärter meine ersten beruflichen Sporen verdient."
Weiß möchte den von Mörtlbauer geplanten Bau eines Waldwirtschaftsweges durch das Waldgebiet Sterzensknock fortführen. Mörtlbauer bedauerte, dass sich noch nicht alle Anlieger bereit erklärt hätten, mitzumachen.
Wo sehen Weiß und Tschödrich ihre Arbeitsschwerpunkte? "In der Anpflanzung von Bäumen, in der Holzernte und der Pflege des Waldes", antwortete Weiß und Tschödrich stimmte ihm zu.
Tschödrich will sich zudem den zugewachsenen Wegen am Eulenberg bei Altenkunstadt widmen. Der Altenkunstadter Bürgermeister Georg Vonbrunn stellte klar, dass sich die Anlieger an der maschinellen Beseitigung des Gestrüpps beteiligen müssten.
Für beide ist es ein besonderes Anliegen, den Umbau des Waldes fortzuführen. Weg von den Nadelbäumen, hin zu den Laubbäumen, die einst Teil der ursprünglichen Vegetation waren. Erste Erfolge haben sich laut Mörtlbauer schon eingestellt: "Es ist ein Traum, wie das Laubholz auf dem Kalkboden des Kordigastes wächst. Selbst die Rehe kommen nicht mehr hinterher die Flächen kahl zu fressen." Kröner beklagte in diesem Zusammenhang die hohe Verbissbelastung durch Rehe im Kreis Lichtenfels. Tschödrich und Kröner appellierten an die Jäger, die Tierbestände weiterhin zu verringern.
Kommunale Wälder gelten landläufig als "Sparkassen der Kommunen". Sowohl Bürgermeister Heinz Petterich (FW) als auch sein Kollege Georg Vonbrunn (JWU) stimmten darin überein, dass man durch Holzverkauf nicht das große Geld erwirtschaften könne.
In Burgkunstadt gebe es zu wenig Altbestände, in Altenkunstadt sei die Fläche zu klein, hieß es. Tschödrich wies mit Blick auf die steigenden Holzpreise darauf hin, dass der Holzverkauf für die Kommunen wieder interessanter werde. Zudem müsse man, was die Ertragsseite anbetreffe, bei Holz langfristig denken.