Wie Landrat Christian Meißner (CSU) bei einem Pressegespräch am Donnerstag mitteilte, seien von den Mehrkosten 2,11 Millionen Euro vom Freistaat gefördert worden. Im Dezember 2009 war der Ersatzneubau noch mit 97,9 Millionen Euro veranschlagt worden. 3,4 Millionen Euro kamen durch den Hubschrauber-Landeplatz und die Änderung der Verkehrswege hinzu. Von den 101,3 Millionen Euro wurden 70,08 Millionen gefördert. Das Leuchtturmprojekt "Green Hospital" erhöhte die Bausumme um 8,92 Millionen Euro, davon wurden 7,96 Millionen bezuschusst. Mit dem neuen Parkhaus, das 4,13 Millionen Euro kostete, stieg die Gesamtsumme auf 114,3 Millionen Euro und nun schließlich auf 116,57 Millionen Euro. Die Förderung beträgt 80,15 Millionen Euro.
Weitere mögliche Kostensteigerungen, zum Beispiel durch Materialverteuerungen, werden ebenfalls bezuschusst. Den Eigenanteil der Baukosten von 36,42 Millionen Euro teilen sich je zur Hälfte der Landkreis und die Klinikum GmbH.
Am Dienstag nach Ostern beginnt die Firma "B plus L" aus Niederdorf mit der Baustelleneinrichtung des neuen Lichtenfelser Krankenhauses. Die Arbeiten beginnen mit der Anlieferung und Montage des 800 Meter langen Bauzaunes. Die Container für die Bauleitung und Sanitäranlagen werden bis Mitte Mai 2014 aufgebaut. "Die Arbeiten bringen für alle Beteiligten, insbesondere Patienten, Mitarbeiter und Besucher des Klinikums, Einschränkungen mit sich und fordern Geduld", erklärte Meißner.

Nur noch drei oder vier Stellplätze

"Der Bauzaun verläuft mitten durch die Fläche, auf der aktuell die Kurzzeitparkplätze ausgewiesen sind", erläuterte Bauleiter Roland Meyer vom Architekten-Team Schuster-Pechtold-Schmidt. Daher würden vor dem Eingangsbereich nur noch drei oder vier Stellplätze für gehbehinderte Patienten und Besucher ausgewiesen.
"Die Klinikleitung ist bestrebt, eine für alle Nutzer verträgliche Lösung des Problems zu finden", unterstrich Geschäftsführer Michael Jung. Grundsätzlich empfehle er die Benutzung des Parkhauses. Ein besonderes Entgegenkommen bot er mit der kostenlosen Benutzung für die Dauer von 45 Minuten an. Wer schlecht zu Fuß ist, könne vor dem Eingang des Klinikums abgesetzt oder abgeholt werden, der Fahrer dürfe ohne zu bezahlen durch das Parkhaus zurückfahren. Notaufnahme und Dialyse bleiben weiterhin anfahrbar.
Sobald der Bauzaun aufgestellt ist, werde - in enger Abstimmung mit der Feuerwehr und dem Landratsamt Lichtenfels, Sachgebiet Verkehr - überprüft, ob im Bereich des Haupteingangs weitere Kurzzeit-Parkplätze ausgewiesen werden können, machte Roland Meyer deutlich. "Direkt auf dem Vorplatz vor dem Klinikum können keine zusätzlichen Kurzzeit-Parkplätze ausgewiesen werden, um nicht Besucher und Patienten zu gefährden", sagte er. Es ist jedoch weiterhin möglich, dass Patienten oder Besucher direkt am Vorplatz des Klinikums aus einem Fahrzeug aussteigen.
Es wurde auch auf den Busverkehr hingewiesen: Alle 30 Minuten wird die Haltestelle direkt vor dem Eingang des Parkhauses von einem Stadtbus angefahren. Die Fahrzeit vom Bahnhof zum Beispiel beträgt 15 Minuten.

68 000 Kubikmeter Erdaushub

Rund 100 bis 140 Bauarbeiter von rund 40 Firmen werden in den nächsten drei Jahren auf der Baustelle tätig sein, erläuterte Meyer. Entsprechende Sanitäreinrichtungen werden dafür gebaut. Die Baugrube senkt sich bis zu 16 Meter tief in den Berg. Eine Lkw-Reifenwaschanlage soll die Verschmutzung der Straßen verhindern. Bei Bedarf reinigen Kehrmaschinen die Fahrbahn. 68 000 Kubikmeter Erdaushub werden mit 10 000 Lkw-Ladungen von der Baustelle ins Obere Maintal abtransportiert. Die Erde wird für die Gestaltung naturnaher Flächen verwendet. "Die Lkw-Fahrer sind angewiesen, nicht auf der Staatsstraße zu halten, sondern sollen auf die Baustelle fahren. 20 Fahrzeuge haben dort Platz", sagte der Bauleiter. Nach dem Baubeginn im Frühjahr soll im Juli die Bodenplatte gegossen werden. Im Herbst 2015 soll der Rohbau stehen.