Nein, vor dem Mann in Uniform mit Zielfernrohr muss sich niemand fürchten. Die junge Frau, die der Mann mit Dreitagebart und der Fantasieuniform ins Visier genommen hat, dürfte sich vielmehr gefreut haben. Bei der großen Anzahl weiblicher Besucherinnen ist es für die Auserwählte schon beinahe wie ein Sechser im Lotto, vom jeweiligen "Dream Man" auf der Bühne geholt zu werden. Das war nur den wenigsten vergönnt beim Mädelstag auf dem Lichtenfelser Schützenfest.

Auch heuer strömte das weibliche Geschlecht wieder ausgesprochen zahlreich in die Stadthalle. Noch vor Beginn der Show mussten zusätzliche Bankreihen bereitgestellt werden. Wer die "Dream Men" sehen will, muss weiblich und mindestens 18 Jahre alt sein. Nach oben gibt es keine Grenzen. Auch das gesetztere Alter ist in der Stadthalle zu sehen, wenn auch nur vereinzelt.

Männer sind dagegen nur hinter der Theke zu sehen. Was erwarten sich die Mädels von der Ladies Night, wie die Veranstaltung korrekt heißt? Schöne Männer (wird an erster Stelle genannt), eine gute Show, die dazu passende Musik und Spaß. Der Vorteil des Ganzen: "Wir sind einfach unter uns", erklärt eine Besucherin aus dem östlichen Landkreis.

Für eine Gruppe von neun Frauen ist der Besuch der Ladies Night auf dem Lichtenfelser Schützenfest der Höhepunkt eines Junggesellinnen-Abschieds. Die Chefin eines Lichtenfelser Brautstudios hatte ihre Mitarbeiterin damit überrascht.

Für viele ist der Mädelsabend ein fester Bestandteil des Lichtenfelser Schützenfestes. Jeder Showteil erzählt eine eigene Geschichte und die "Dream Men" sorgen ordentlich für Stimmung. Mitunter herrscht in der Lichtenfelser Stadthalle Kreischfaktor Stufe drei.

Wobei es auch hier Unterschiede gibt. Während in den vorderen Reihen der Kreis chfaktor eher größer ist, scheint in den hinteren Reihen manche eher still den Anblick der durchtrainierten Boygroup genossen zu haben. Die Truppe der vier hantelgestählten Männer ist bunt gemischt. Mister Melodys Markenzeichen scheint ein großes Fledermaus-Tattoo auf dem Waschbrettbauch zu sein. Auch sonst können sich seine Tattoos sehen lassen.
Sportlich zeigt sich dagegen ein weiterer "Dream Boy", der schon mal eine Rapeinlage auf den Bühnenbrettern hinlegt.

Das vermeintliche Übergewicht eines weiteren erweist sich dann doch als Gag und mit dem Hemd fallen auch die "Pfunde". Sehr zur Freude der Mädels lassen die Jungs die schmalen Hüften kreisen und die breiten Rückenmuskeln spielen.

Die Lautsprecher wummern, und die Stimmung in der Stadthalle erreicht mehr als einmal den Siedepunkt. Einziger Wermutstropfen: Manch eine war etwas enttäuscht, was den relativ späten Beginn und die Dauer des Showteils betraf.