CSU-Fraktionssprecher Robert Gack gibt sich optimistisch: "Des könnt' schon 'was werden." Gemeint ist die bauliche Umgestaltung der Coburger Straße, die vom März bis November nächsten Jahres über die Bühne gehen soll. Als Vorgeschmack auf das, was da kommen wird, serviert Stadtbaumeister Jürgen Graßinger den Stadträten am Montag eine vom Bonner Architekten Gunter Fischer zusammengestellte Präsentation. Der Planzeichner selbst fehlt - krankheitsbedingt.
Aber nicht alles, was mittels Beamer an die Wand geworfen wird, ist auch transparent oder greifbar, so manches sprengt die Vorstellungskraft des Gremiums. Fred Bogdahn (SPD) wünscht sich deshalb mehr "optische Substanz" beim nächsten Mal. Die Monotonie der Stahlgeflechte, die die Unterführung und Korbstadt gleichsam zieren sollen, erschreckt ihn. Das Beispielbild, aus Basel stammend, erinnert ihn zu sehr an den Kaufhof in Coburg. "Und der langt mir schon." Die Eisenbahnbilder in der Unterführung sind ihm lieb gewonnene Gewohnheit geworden. "Kann man die nicht integrieren?", fragt er. Robert Gack pocht darauf, auch in Zukunft den Stadtrat ausreichend zu beteiligen, "damit es keine negativen Überraschungen gibt".
Dennoch: Es wird eine neunmonatige Herkulesaufgabe werden, die den Planern, den bauausführenden Firmen, den Stadträten und nicht zuletzt den Einzelhändlern in der Coburger Straße ins Haus steht. Und Jürgen Graßinger warnt schon jetzt, dass während des Umbaus der Unterführung dort gar nichts geht. "Dann kommt keiner durch, auch kein Fußgänger." Und wie lange wird diese Phase dauern? "Bin ich Jesus?", so erklärt er seine aus Erfahrungswerten gespeiste Abneigung gegenüber gefährlichen, weil möglicherweise falschen Prognosen, die auf ihn zurückfallen könnten. Beim Bau gibt es halt zu viele Unwägbarkeiten.
Ziemlich sicher scheint schon jetzt zu sein, dass für die Strecke von der Unterführung bis zur Mainau auf der Ostseite fünf Bäume gepflanzt werden, was auch Parkplätze kosten wird. "Aber alle anderen bleiben erhalten", verspricht der Stadtbaumeister. Verwendet werden für Stellplätze und die 1,70 Meter breiten Gehwegflächen Pflastersteine aus Granit, und zwar die selben, die in der Stadt verlegt wurden.
Es entsteht eine ebene Fläche, nur farblich voneinander abgrenzt, die Gastronomen dazu animieren soll, sich auch im Außenbereich zu betätigen. Abgebrochen werden die hässlichen Brüstungsmauern in der Mühlgasse.
Was auf der anderen Seite mit der Grünfläche geschieht, ist noch unklar. Denn sie gehört der Deutschen Bahn. Ein kleiner Park wäre schön. "Die Kontakte sind zäh, ich erwarte harte Verhandlungen", wagt Graßinger dann doch noch eine Prognose. Und keiner mag ihm widersprechen.