Bei Chefarzt Manfred Büdenbender steht der Mensch im Vordergrund. In der Reha-Klinik Lautergrund wird er als Mediziner und Humanist ebenso geschätzt wie als politisch denkender Mensch und Freund der Kultur.


Kraftakt bewältigt


Büdenbenders größter Verdienst ist die Umwandlung einer ehemaligen Tuberkulose-Klinik der Rentenversicherung Berlin-Brandenburg in eine orthopädisch-unfallchirurgische Rehabilitationsklinik. Diesen Kraftakt schaffte der Mediziner mit einem engagierten Team. Zusätzliche personelle Ressourcen in der Physio- und physikalischen Therapie mussten geschaffen, Diplomsportlehrer eingestellt und die Ergotherapie neu aufgebaut werden.
Für die Umsetzung eines bio-psychosozialen Behandlungsmodells wurde die psychologische Abteilung erweitert, in der Diplomsoziologen tätig sind. Neue Therapiekonzepte für die jeweiligen Krankheitsbilder mussten erarbeitet werden. Hervorzuheben ist insbesondere der Bau der medizinischen Trainingstherapiehalle, in der neue innovative Therapiemethoden angeboten werden.

Mit Freude stellte Manfred Büdenbender fest: "Wir haben die modernste MTT-Halle in der Reha-Landschaft Deutschlands." Ganz neu sind die Terrainkurwege, eigentlich ein Projekt der Stadt Bad Staffelstein, jedoch federführend und mit großem Aufwand von der Rehaklinik Lautergrund realisiert. Große bürokratische Hürden mussten überwunden werden, nicht leicht für einen Menschen, der von sich selbst sagt, er sei etwas ungeduldig. "Es könnte manchmal etwas schneller gehen", so der Mediziner.


Kritik nur zum Wohle der Klinik


Wenn er gelegentlich Kritik geübt habe, so sei das nur zum Wohle der Klinik geschehen. Rund 30 000 Rehabilitanden hat Chefarzt Büdenbender mitbetreut, von denen die meisten weiter am Arbeitsleben oder zumindest in der Teilzeitbeschäftigung teilnehmen konnten.

Geöffnet hat Büdenbender die Klinik auch für Rehabilitanden insbesondere aus dem fränkischen Raum. Aufwändig und zeitraubend war die Erarbeitung eines Qualitätsmanagements. Zwischenzeitlich ist die Klinik doppelt zertifiziert. Die Bilanz seines Wirkens in Schwabthal ist eindrucksvoll, das gute Betriebsklima der 135 Mitarbeiter spricht für sich. "Bisher hat noch niemand auf eigenen Wunsch das Haus verlassen."


Bessere Busverbindung bleibt sein großer Wunsch


Ein Wunsch liegt dem scheidenden Chefarzt noch am Herzen: eine Verbesserung der Busanbindung in die Stadt. Seit Jahren kämpft er dafür. Die ausgezeichnete Therme und ein gutes Kurprogramm könnten von den meisten Rehabilitanden nicht genutzt werden. "Obwohl von Seiten der Reha-Klinik Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe in fünfstelliger Höhe jährlich gezahlt werden", stellt Büdenbender fest und fügt hinzu: "Die Klinik ist seit Jahrzehnten ein sehr guter Arbeitgeber und sorgt für eine deutliche Wertschöpfung in der Region."

Wenn er morgens statt um 8 Uhr schon um 6 Uhr an seinem Schreibtisch saß, dann zeigte dies, dass Büdenbender mit Freude bei der Arbeit war und dass sein Beruf fast ein wenig Hobby war. Künftig hat er mehr Zeit für Sport und Literatur sowie für die Reparatur alter Motorräder. Natürlich zieht es ihn weiter nach Südafrika, wo er seit 30 Jahren seinen Urlaub verbringt. Und wie es in der Genussregion Oberfranken üblich ist, trinkt er auch gern mal ein Glas Bier.