Die Gemeinde Altenkunstadt hat in Abstimmung mit der Stadt Burgkunstadt in den vergangenen Monaten sechs Angebote für ein Lehrschwimmbecken eingeholt. Bevor jedoch eine Auswahl getroffen wird, empfiehlt die Stadtverwaltung, zunächst die Standortfrage zu klären. Bisher standen zwei Standorte zur Diskussion.
Zum einen zwischen der Liegefläche des Freibads und der Dreifachturnhalle. Die Hanglage erfordert allerdings ein Bodengutachten. Der andere mögliche Standort wäre auf dem Freibadgelände unter Rückbau des Freibads zum "Kombibad". Das würde allerdings die ohnehin schon knappe Parkfläche beanspruchen. Zusätzlich birgt die Gründung Risiken, da unter dem Freibadgelände der Gartenbach verläuft und das Sportbecken bereits jetzt Veränderungen zeigt.


Neue Erkenntnisse liegen vor

Seit November liegen Erkenntnisse vor, die zu neuen Überlegungen bezüglich der Standortfrage für das Lehrschwimmbecken führen. Gemeint sind die Ergebnisse der Feuerbeschau in der Stadthalle, bei der die Brandmeldeanlagen, die Rettungs- und Einsatzwege, die Löschwasserentnahmestellen, die Entrauchungseinrichtungen sowie die organisatorischen Vorkehrungen überprüft wurden - mit einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis. Die Mängel, eine Liste von 28 Punkten, reichen vom falsch aufgehängten Feuerlöscher über fehlende Rettungspläne bis hin zu sachlichen Mängeln etwa an Türen, Lüftungen und Wandhydranten. Der Verwaltung zufolge kann man in Anbetracht der im Rahmen der Feuerbeschau festgestellten Mängel erahnen, wie die Ergebnisse eines Brandschutzkonzeptes ausfallen werden, da dieses noch höhere Anforderungen stellt.
Marco Hennemann (CSU) sagte, er sei überrascht, dass ein städtisches Gebäude so viele Brandschutzmängel aufweise und hoffe, dass dies ein Einzelfall sei. Daher schlug er die Begehung der restlichen städtischen Gebäude vor. Sven Dietel merkte an, dass eine Feuerbeschau vom Ordnungsamt angeordnet wird, die anderen Gebäude stünden auch auf der Liste. Zudem mache ein Sicherheitsingenieur regelmäßig Begehungen.
Zu den Mängeln, die während der Feuerbeschau festgestellt wurden, kommt, dass dem Protokoll des Sportfachberaters zufolge, die Sporthallen stark abgenutzt und veraltet seien. Es gebe viele Gefahrenstellen, die die Ausübung mancher Sportarten sogar verböten. Der Lehrplan könne so nicht erfüllt werden.
Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Stadthalle abzureißen und auf dem Gelände Parkplätze zu schaffen. Eine neue, bedarfsgerechte Mehrzweckhalle mit integriertem Lehrschwimmbecken soll auf dem Gelände der ehemaligen Mittelschule entstehen, die ebenfalls abgerissen werden soll.
Wolfgang Sievert (SPD) sagte: "Einen Beschluss können wir nicht fassen, bevor nicht die Frage geklärt ist, welche Veränderungen wir am Schulberg durchführen." Es gelte, zeitnah einen Bedarfsplan zu erstellen. Einstimmig beschlossen wurde, dass diese Aufgabe dem Haupt- und Finanzausschuss zufallen soll. Der wurde beauftragt, ein Konzept vorzubereiten. Erst wenn dieses Konzept vorliegt, soll über die Durchführung eines Ideenwettbewerbs zum Schulberg abgestimmt werden. Dieser wird etwa 100 000 Euro kosten und etwa sechs Monate Zeit in Anspruch nehmen.
Bei einer Besprechung im November bei der Regierung von Oberfranken waren unter anderem Sanierungsgebiete ein Thema. Die Grundlage für alle Sanierungsgebiete in Burgkunstadt ist das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Im Zuge dessen soll ein neues Sanierungsgebiet für die Bahnhofsstraße ausgewiesen werden. Dafür müssen vorbereitende Untersuchungen durchgeführt werden zur Notwendigkeit der Sanierung, den sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnissen sowie zur Durchführbarkeit der Sanierung im Allgemeinen. Die Sanierung des Burgweges allein, der in diesem Gebiet liegt, wird sich auf 400 000 Euro belaufen. Thomas Müller (Bürgerverein) sagte: "Wir haben genügend zu zahlen. Weismain nimmt sich für ISEK 16 Jahre Zeit. Daher könnten wir dieses Projekt auch nach hinten verschieben." Marcus Dinglreiter (Bürgerverein) ging noch einen Schritt weiter: "Auf diesen Punkt sollten wir komplett verzichten." In der SPD-Fraktion war man anderer Meinung. Wolfgang Sievert: "Auf der Prioritätenliste hat der Burgweg ein A." Auch Ulf Müller (Freie Wähler) wies auf das Gefahrenpotenzial hin, denn der Hang könne in die Häuser rutschen. Sven Dietel merkte an, dass der Burgweg nur saniert werden könne, wenn der gesamte Bereich Bahnhofsstraße als Sanierungsgebiet ausgewiesen würde. Daraufhin beschloss der Stadtrat mit einer Gegenstimme (Dinglreiter) den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet Bahnhofsstraße.
Bauausschuss:
Im August hatte der Bauausschuss den Antrag abgelehnt, an der Bundesstraße 289 durch Theisau Werbung anzubringen. Es ging um zwei beleuchtete Reklametafeln - jeweils 3,80 mal 2,67 Meter groß - an der Hauswand des Anwesens Steingraben 1. Die Mitglieder des Bauausschusses sahen darin eine Verkehrsgefährdung. In der vergangen Sitzung am Dienstag wurde der erneut eingereichte Bauantrag bewilligt unter der Voraussetzung, dass die Werbeanlagen unbeleuchtet sind. Das Landratsamt Lichtenfels hatte das Staatliche Bauamt in Bamberg am Genehmigungsverfahren beteiligt. Aus dessen Stellungnahme ging hervor, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs durch unbeleuchtete Reklametafeln nicht beeinträchtigt würde. Alexander Hanna (Bürgerverein) merkte an, dass er anderer Ansicht sei und weiterhin dagegen stimmen werde. Der Beschluss wurde mehrstimmig mit drei Gegenstimmen angenommen.
Altstadtfest. Einstimmig beschloss der Stadtrat die Satzung über das Abhalten des Altstadtfestes. Im Februar war beschlossen worden, den Verein "Interessensgemeinschaft Altstadtfest Burgkunstadt" aufzulösen, da niemand bereit war, den Vereinsvorsitz und weitere Ämter zu übernehmen. Künftig wird das Altstadtfest organisiert von der Stadtverwaltung und dem Festausschuss, dem unter anderem die Erste Bürgermeisterin oder ihre Stellvertreter sowie Vertreter der Fraktionen angehören.

Schulkindbetreuung. Einstimmig beschlossen hat der Stadtrat, die offene Ganztagsschule finanziell zu unterstützen, also eine zusätzliche Ergänzungskraft für 22.000 Euro einzustellen. Seit Beginn des Schuljahres werden im Altbau der ehemaligen Mittelschule Schulkinder nach Unterrichtsende betreut. Obwohl die Schulkindbetreuung in diesen Räumlichkeiten ein Provisorium darstellt, steigt die Nachfrage, bereits jetzt gibt es eine Warteliste. Die offene Ganztagsschule hat zwar 55 Kopfkinder, die betreut werden, aber nur 38 Zählkinder, die bei der staatlichen Förderung berücksichtigt werden. Derzeit besteht das Personal aus der Leitung, drei Ergänzungskräften, zwei Fachkräften und einer Küchenhilfe. Die offene Ganztagsschule an der Mittelschule wurde bereits seit dem Schuljahr 2009/2010 von der Stadt unterstützt mit Beträgen zwischen rund 9.000 bis 31.000 Euro.

Städtebauförderung. Einstimmig beschlossen wurde, der Regierung von Oberfranken die Bedarfsmitteilung Städtebauförderung für das Jahr 2016 mit folgenden Maßnahmen inklusive förderfähigen Kosten vorzulegen: Planung und Ausweisung der Sanierungsgebiete Schulberg und Bahnhofstraße 10.000 Euro, Leerstandskataster für untere und obere Stadt 10.000 Euro, Untersuchung und Beratung von Einzelvorhaben 15.000 Euro, Voruntersuchung und Sanierung Kulmbacher Straße 32 35.000 Euro, Einführung eines City-Managers 50.000 Euro, Ideenwettbewerb Schulberg 100.000 Euro, Baur-Parkplatz 209.000 Euro, Sanierung Burgweg 400.000 Euro. Die förderfähigen Kosten insgesamt betragen 829.000 Euro.

Breitband. Eine zeitgemäße Internetversorgung mit Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s ist heute flächendeckend oft nur in Ballungszentren verfügbar. Die hohe Bebauungsdichte in Städten ermöglicht den Providern einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Auf dem Land hingegen ist Breitbandausbau ohne staatliche Zuschüsse fast immer unrentabel. Um dieser "digitalen Spaltung" entgegenzuwirken, hat der Freistaat Bayern 2012 ein Förderprogramm zum "Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen" aufgelegt. Burgkunstadt plant über dieses Förderprogramm die Stadtteile Meuselsberg, Kaltenreuth, Gewerbegebiete, Mainklein, Mainroth, Eben, Lopphof, Flurholz, Kirchlein, Hainzendorf, Reuth, Gärtenroth und Wildenroth auf zeitgemäße Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s zu verbessern. Einstimmig beschlossen hat der Stadtrat das vorläufige Erschließungsgebiet gemäß Lageplan zum Einstieg ins Auswahlverfahren für den Breitbandausbau.

Wasserversorgung. Mehrheitlich beschlossen wurde die Beitragssatzung für die Verbesserung und Erneuerung der Wasserversorgungseinrichtung, Gegenstimme Thomas Müller. Die Kalkulation beinhaltet folgende Maßnahmen: Auflassen Tiefbrunnen III, Umstellung der Aufbereitung "Am Hügel" auf ein geschlossenes System, Leitungsumbindung Tiefbrunnen V zur Aufbereitung "Am Hügel", Ertüchtigung des Pumpwerks und Hochbehälters Meuselsberg, Anbindung des Ortsteils Neuses an die Hochzone Burgkunstadt inklusive der Auflassung des Hochbehälters Neuses, Neue Leitung DN 150 Alter Postweg, Neue Leitung DN 150 Auweg, Neue Leitung DN 200 und DN 100 Heufuhr, Neue Leitung DN 150 Friedhofsstraße, Umbindung Kriegsäcker - Von-Eichendorff-Straße an Hochzone Burgkunstadt, Neue Leitung Geheimrat-Püls-Straße, Neue Leitung Liegnitzer Straße. Folgende Maßnahmen wurden bereits abgeschlossen: Reinigung, Kamerabefahrung und Pumpversuch Tiefbrunnen V , Uranentfernungsanlage Kaltenreuth. Zu erwarten ist noch die Maßnahme Fernwirkanlage.

Energienutzungskonzept. Im Mai wurde das Energienutzungskonzept im Stadtrat diskutiert mit dem Beschluss, es auf Jahresende zu schieben. Die Kosten für die Aufstellung eines Energienutzungsplanes für das gesamte Stadtgebiet betragen rund 35.000 Euro, der einheitliche Fördersatz wird mit 70 Prozent angegeben. Der Bearbeitungszeitraum beträgt etwa 15 Monate. Danach liegt der Stadt zumindest eine Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz vor. Wolfgang Sievert (SPD) schlug vor die Erstellung des Energienutzungskonzepts noch zu verschieben, denn zunächst müsse man wissen, was mit dem Schulberg passiert. Widerworte erntete er nur aus der eigenen Fraktion. Hans Peter Marx sagte: "Es geht nicht nur darum, Geld zu sparen, sondern auch um den Klimaschutz." Jedes zusätzliche Jahr sei ein verlorenes Jahr. Der Stadtrat solle es jetzt beschließen und die Neuerfahrungen zum Schulberg im Oktober mit einfließen lassen. Kämmerin Heike Eber sagte: "Bei einem Energienutzungskonzept geht es nicht darum, wo wir sparen können, sondern, wo Energie benötigt wird." Alexander Hanna wies darauf hin, dass man das Thema Energienutzung beim Ideenwettbewerb zum Schulberg berücksichtigen solle. Mehrstimmig (Gegenstimme Marx) lehnte der Stadtrat es ab, ein Energienutzungskonzept erstellen zu lassen. Man einigte sich darauf, die Beschlussvorlage zum Energienutzungskonzept spätestens in einem Jahr wieder aufzunehmen.

Urnenanlagen. Zur Kenntnis nahm der Stadtrat die von der Verwaltung vorgestellten Alternativen zu herkömmlichen Urnenanlagen. Es ging um die Errichtung von Urnenanalgen auf den städtischen Friedhöfen Mainroth, Ebneth und Kirchlein. Im Jahr 2012 hatte die Stadt auf dem Burgkunstadter Friedhof eine polygonale Urnenanlage mit 54 Urnenkammern errichtet, 14 davon wurden bisher belegt. Auf dem anonymen Urnenfeld wurden bisher 22 Urnen bestattet. Der Verwaltung zufolge zeigt diese Entwicklung, wie sich die Friedhofskultur verändert. Durch den hohen Pflegeaufwand, den viele Angehörige nicht mehr leisten können oder wollen geht die Nachfrage nach Erdgräbern zurückgeht, die Zahl der Urnenbestattungen nimmt zu. In der Sitzung am 10. November hatte die CSU-Fraktion angeregt, auch auf anderen Friedhöfen Bestattungen in Urnenanlagen anzubieten. Ein Nachteil dieser Anlagen ist, dass die Angehörigen dort keine Andenken abstellen dürfen. Ein weiterer, dass es sich nicht um eine letzte Ruhestätte handelt, sondern die Urnen nach 15 Jahren auf einem anonymen Urnenfeld beigesetzt werden. Alternativ dazu gibt es die Möglichkeit, gärtnerisch und modern gestaltete, dauerhaft gepflegte Grabanlagen zu errichten. Die Kosten für die Pflege werden in die Grabgebühren eingerechnet. Michael Doppel (FW) sprach die Möglichkeit an, dass Leuten aus der umliegenden Region, die das wünschen, auch die Bestattung in der Urnenanlage in Burgkunststadt offen steht.

Die Verwaltung regte die Stadträte an sich über das Thema Gedanken zu machen und eventuell auch den Leitfriedhof in Nürnberg zu besichtigen, ein Musterfriedhof zur Grabgestaltung auf dem niemand bestattet ist. Marco Hennemann (CSU) schlug den Stadträten vor, in nächster Zeit "in die Bevölkerung hinein zu fragen".