Mit einem leidenschaftlichen Appell an die Solidarität und Menschlichkeit der Bevölkerung beendete Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) in der Stadtratssitzung seine Information über den jüngst in Kraft getretenen Notfallplan Asyl. Er habe dem Landrat auf dessen Bitte hin Unterstützung zugesagt. Die Stadt Lichtenfels werde weitere freie Räume im ehemaligen Altenheim Maiacher Stiftung zur Verfügung stellen. Bis Mitte nächster Woche erwartet der Landkreis, wie berichtet, 50 Personen, die in der Turnhalle der Berufsschule untergebracht werden sollen. Der Notfallplan regelt die vorübergehende Unterbringung von bis zu 130 Asylbewerbern, deren Zahl stetig weiter steigt. Auch die der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Wie der Bürgermeister ausführte, kamen im vergangenen Jahr 3500 nicht volljährige junge Leute ohne Eltern nach Bayern. Für heuer hat man die Prognose auf 10 000 nach oben korrigiert.

"Wir brauchen mehr denn je den Schulterschluss der Lichtenfelser Bevölkerung und der Asylbewerber", betonte Hügerich, der daran erinnerte, wie viel Leid diese Menschen ertragen mussten, die ihre Heimat verlassen haben, weil dort ihr Leben bedroht ist.

Der Bürgermeister ging auch auf die Überlegungen der Stadt in Bezug auf das ehemalige Altenheimgebäude in der Nordgauerstraße ein. Noch immer werden Möglichkeiten einer Sanierung und Nachnutzung geprüft. Favorisiert wurde bislang der Einbau barrierefreier Apartments (nicht nur) für Senioren. Doch da noch kein konkreter Beschluss gefasst ist und der Stadtrat noch nicht über die Frage entschieden hat, ob die Stadt selbst tätig wird oder ein Investor das Vorhaben in die Hand nehmen soll, werden laut Hügerich die Räume bis Mitte nächsten Jahres auf alle Fälle verfügbar sein. Der Landrat wisse um diese Überlegungen, merkte Hügerich an. Dieses Haus bleibe eine Übergangslösung.

Im Hinblick auf die bald belegte Berufsschulturnhalle betonte Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (Freie Wähler), dass es wohl keinen Sportler gebe, der kein Verständnis für die Situation hätte. Er richtete jedoch an Ulrich Sünkel vom Bauamt die Bitte, alles dafür zu tun, dass die Dreifachturnhalle an der Friedenslinde (die gerade saniert wird) so bald wie möglich wieder den Vereinen zur Verfügung gestellt werden kann.