Vor wenigen Wochen gaben Landrat Christian Meißner (CSU) und Michelaus Bürgermeister Helmut Fischer (CSU) im Wertstoffhof der Großgemeinde den Startschuss für die Sammlung von Bioabfällen in eigens dafür aufgestellten Sammeltonnen. Bei der Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstag zog Meißner ein erstes Fazit. "Es läuft gut an", sagte er.

Die Sammeltonnen werden einmal in der Woche abgeholt. In der firmeneigenen Anlage in Schwallungen (Thüringen) werden die Speiseabfälle von Fremdstoffen gereinigt, zerkleinert und in einer anschließenden Hygienisierung eine Stunde lang auf über 70 Grad Celsius erhitzt. Die entstandene Biomasse erzeugt in der Weiterverarbeitung als Biogas in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme. Die übrig gebliebenen Gärreste finden als Dünger in der Landwirtschaft Verwendung.

Wie der Leiter der Abfallwirtschaft im Landratsamt Wolfgang Schneider erklärt, werden die Tonnen im Wertstoffzentrum in Schney am besten angenommen. Die Entsorgung von Bioabfällen lässt sich der Landkreis im Jahr rund 10 000 Euro kosten.


Wertstoffhof zieht um

Statistisch gesehen hatte jeder Landkreisbürger im Jahr 2015 ein Restmüllaufkommen von 219 Kilogramm, nur übertroffen von den Bewohnern der Stadt Coburg die 222 Kilogramm auf die Waage bringen. Deutlich niedriger fiel dagegen das Restmüllaufkommen in den Landkreisen Coburg (177) und Kronach (178) aus.

Seit 1994 nutzt der Landkreis das Wertstoffzentrum in Schney als Wertstoffhof für das Stadtgebiet. Doch dessen Tage sind gezählt. Da ein in der Schney ansässiges Unternehmen Platz für eine Betriebserweiterung benötigt, haben der Landkreis und die Stadt Lichtenfels nach einem neuen Standort für das Wertstoffzentrum gesucht. Eine Suche, die sich äußerst schwierig gestaltete. Mal sprach die Hochwasserproblematik gegen ein Grundstück, ein anderes Mal der Naturschutz. Auf Vorschlag der Firma Panzer & Kraus soll der Wertstoffhof von Schney aus in das Betriebsgelände der Firma in die Krappenrother Straße verlegt werden. Noch steht kein genauer Termin fest. Für die Bürger des westlichen Stadtgebietes soll im Bereich von Schney eine Grüngutsammelstelle eingerichtet werden. Aktuell läuft noch die Suche nach einem geeigneten Grundstück, erklärte Meißner.

Nicht auf der Tagesordnung des Umweltausschusses, aber ein Thema: die gelben Säcke. In den sozialen Netzwerken tauche das Thema immer wieder auf. Die Säcke würden viel zu leicht einreißen, heiße es da. Wie Landrat Christian Meißner erläuterte, sind die gelben Säcke Bestandteil des Dualen Systems Deutschland, an dem der Landkreis gebunden sei. Die Säcke seinen durchsichtig, die Abholer sehen, ob diese richtig befüllt wurden. Die private Anschaffung einer gelben Tonne werde das Problem nicht lösen, da diese nicht geleert. gst