Um Abt Mauritius Knauer und damit die oberfränkisch-österreichische Beziehung zu würdigen, hätte kein besserer Zelebrant als Maximilian Heim gefunden werden können, der nicht nur seit 2011 dem weltweit zweitältesten Zisterzienserkloster von Heiligenkreuz als Abt vorsteht. Denn wie Stadtpfarrer Sebastian Palapparampil zu Beginn des Gottesdienstes den staunenden Besuchern mitteilte, fühle sich der niederösterreichische Ehrengast "nicht fremd in Weismain und Umgebung", da dieser in Kronach geboren sei. Woraufhin Heim versicherte, dass die Rückkehr in die Heimat eine "bewegende Stunde" für ihn sei. Er habe seine Ursprünge nicht aus den Augen verloren und anlässlich seiner Ernennung zum Abt vor zwei Jahren sogar den Kelch von Langheim in sein Wappen aufgenommen.

Begonnen hatte die kirchliche Feier zuvor mit einem Festzug vom Oberen Tor aus. Der Wunsch von Bürgermeister Udo Dauer nach der Beteiligung aller Vereine des Stadtgebietes am "kirchlichen Höhepunkt des Jubiläumsjahres" erfüllte sich zwar nicht. Dennoch bewiesen einige Feuerwehr-Abordnungen und Kindergartenkinder der umliegenden Dörfer Einigkeit, indem sie die Kirchenparade bereicherten und mit Stadtvereinen, Blasmusik und Gläubigen die Hauptstraße entlang zogen.

Im gut gefüllten Gotteshaus rückten Pfarrer Sebastian und Abt Maximilian zunächst Mauritius Knauer in den Mittelpunkt. Der Stadtpfarrer erinnerte daran, dass dessen 400. Geburtstag einen besonderen Stellenwert im aktuellen Weismainer Jubiläumsjahr (700 Jahre Stadtrechte) einnehme. Zwar habe Knauer sich nach dem Dreißigjährigen Krieg auch um die Wiederbelebung der Vierzehnheiligen-Wallfahrten verdient gemacht, vor allem bekannt sei der gebürtige Weismainer aber als Schöpfer des "Calendarium oeconomicum practicum perpetuum", bekannt als "Hundertjähriger Kalender". Noch im 19. Jahrhundert sei dieser, nach der Heiligen Schrift und Thomas von Kempens "Nachfolge Christi", das meistgelesene Buch gewesen, erklärte Maximilian Heim; deshalb sei Abt Knauer weltberühmt geworden.

Bezug nehmend auf das vorangegangene Gleichnis des ungerechten Verwalters im Lukas-Evangelium und dessen Schlusssatz "Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon", rief Heim dazu auf, den Egoismus zu überwinden.

Während Pfarrer Sebastian dem Festprediger zum Ende der 90-minütigen Feier Weismainer Pralinen überreichte, bedankte sich Bürgermeister Dauer bei Heim für den "beeindruckenden Gottesdienst", den der "echte Oberfranke", zelebriert habe. Er lobte aber auch Kirchenchor und Blasmusik für die Ausgestaltung und die gute Beteiligung der Bürger. Dauer äußerte die Hoffnung, dass durch den Festtag die vor knapp 400 Jahren von Abt Knauer begründete Verbindung zwischen Weismain und dem Stift Heiligenkreuz "ab sofort lebendig gehalten und belebt" werde.

Maximilian Heim zog dann gemeinsam mit den Gläubigen zu einem Stehempfang in den Kastenhof. Hier bestand die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Gast, der sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug, nachdem Günter Dippold über Abt Knauer und Heiligenkreuz referiert hatte.