Das Melken einer Kuh erfordert einen großen Kraftaufwand, aber auch ein gewisses Gefühl in den Händen. Das mussten die Teilnehmer am "Gaudi-Melkwettbewerb" feststellen, zu dem der Stammtisch der "Stublicher Moggerla" anlässlich des Kirchweihausklangs eingeladen hatte.


Der Melkschemel ist wichtig


Teilnmehmer Klaus Römert vom Obst- und Gartenbauverein Stublang erzählte dem FT aus seiner Kindheit. Er sei in Ettleben bei Schweinfurt auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen aufgewachsen. "Dort half ich beim Melken immer mit. Wir hatten 15 Kühe. Obwohl ich ein ein guter Melker war, hatte ich gegen meine Mutter immer das Nachsehen", so Römert.

Das Melken von Hand erfordere einiges an Übung, besonders wenn auf die Geschwindigkeit geachtet werde, so der Experrte. "Der Melkende nimmt auf einem Schemel an der Seite der Kuh Platz. Danach greift er die Zitzen an der Wurzel, indem er Daumen und Zeigefinger zum Ring schließt und die übrigen Finger nacheinander eine Faust bilden."


Heute helfen Roboter


Das Melken habe früher immer eine Weile gedauert, "denn der volle Milcheimer musste jedes Mal zum Milchwagen getragen und entleert werden", erklärte Klaus Römert weiter.

In Stublang gibt es zwar noch einige Landwirte, die aber nicht mehr mit der Hand melken. In den Kuhställen stehen heute entweder noch eine elektrische Melkmaschine oder ein moderner Melkroboter.

Aufgrund der sommerlichen Temperaturen begann das Spektakel am Gemeindehaus am Montagabend mit über eine Stunde Verspätung. Am Ende gingen die gestandenen Männer der Feuerwehr Stublang mit Ehrenkommandanten Thomas Hümmer, Harald Eichhorn, Georg Zenk und Bastian Fischer als Sieger hervor, sie ernteten 6600 Milliliter Milch und eroberten damit den ersten Platz.


Ran ans Euter


Jedes Vierer-Team musste in einer Zeit von drei Minuten möglichst viel Milch aus einem Gummieuter in den Eimer melken. Schürze umgebunden und den einbeinigen Melkschemel umgeschnallt, dann ging's ran ans Euter. Ein Unterfangen, das sich als anstrengender entpuppte, als es auf den ersten Blick aussah, obwohl die Kuh brav auf ihrem Platz stand und weder mit dem Schwanz die Fliegen verscheuchte noch unruhig den Eimer mit der schäumenden Milch umkippte.

Nach eineinhalb Minuten hieß es rasant die Plätze zu tauschen und die Partner auszustaffieren.
Die weiteren Plätze belegten die Feuerwehr Uetzing mit 6500 Millilitern, die Stadträte aus Bad Staffelstein im Stichkampf, der Obst- und Gartenbauverein Stublang als Titelverteidiger (beide mit 6350 Milliliter).
Jugendliche nahmen als "Melkmaschine Stublang" an dem Wettkampf teil. Außerdem stellten sich die Soldatenkame raden Stublang und der Stammtisch "Die Reigschlaaften".


Publikum feuerte kräftig an


Jeder entwickelte seine eigene Technik, und wenn die Kraft und damit der Milchstrom nachließ, begleitete das Publikum mit Anfeuerungsrufen die Möchtegern-Bauern ins Ziel.

Die Stublanger Kinder war so angetan vom Melken am Gummieuter, dass schließlich Finn Ruppenstein, Luca Ziegler, Dominik Dinkel (alle vier Jahre) und Toni Säum (acht) in einer Minute 800 Milliliter in den Blecheimer zapften. Dabei hatten die Kids und die Zuschauer ihre wahre Freude.

Monika Moritz-Ruppenstein vom Stammtisch "Die Reigschlaaften" hatte vorher noch nie Zitzen in der Hand. "Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber am Ende ließ einfach die Kraft nach", erzählte sie nach dem lustigen Spektakel.
Stadtrat Wolfgang Herold lobte den Melkwettbewerb am Kirchweihmontag als ein tolles Ereignis, das die Dorfgemeinschaft noch näher zusammen bringe. Obwohl Herold früher auf seinem elterlichen Anwesen nicht selbst melken musste - es gab damals eine elektrische Melkmaschine - hinterließ er einen guten Eindruck. Für alle Teilnehmer gab es in diesem Jahr schöne Preise zu gewinnen.