Helmut Zapf und Heiko Stedler sind die "Wassermänner" des Landratsamtes. Nicht ihr Sternzeichen, sondern eine ihrer Aufgaben in der Abteilung Gesundheitswesen machen sie dazu: Sie überprüfen die Badegewässer im Landkreis. Gestern starteten die beiden in die Saison.
13,8 Grad zeigte das Messgerät an, nachdem der Fühler in den Oberwallenstadt Baggersee, korrekt: Ortswiesensee, eingetaucht war. Ans Baden mag da noch niemand wirklich denken. Aber für die beiden Kontrolleure ist klar: Der Mai steht vor der Tür, und damit auch die Freibadzeit. Vom 15. Mai bis zum 15. September werden in Bayern die Badeseen nach EU-Vorgaben kontrolliert. Rechtzeitig vor diesem Termin zogen die beiden also gestern die ersten Proben. Sie tun das während der Saison mindestens einmal im Monat, wenn es irgendwelche Auffälligkeiten gibt, auch öfter. Sie besuchen dann zehn Badegewässer im Landkreis Lichtenfels, ziehen jeweils an zwei verschiedenen Stellen Proben und laden die Wasserfläschchen in den Kofferraum ihres Dienstwagens. Anschließend steht eine Fahrt nach Erlangen an, denn binnen 24 Stunden müssen die Proben beim Baye rischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen sein, wo sie ausgewertet werden.

Sind Keime im Wasser?

Im Labor wird festgestellt, ob das Wasser mikrobiologisch verunreinigt ist, sprich: ob es Fäkalkeime oder Streptokokken enthält, die die Freude am Bad im Freien im Nachhinein noch vergällen können. Selbst ermitteln Stedler und Zapf vor Ort den PH-Wert des Wassers, die Temperatur und die Sichttiefe. Liegt diese unter einem Meter, veranlassen sie eine Untersuchung auf Blaualgen, genauer: Cyanobakterien, die für Badende, besonders Kinder, gefährlich sein können. Es gab deswegen im Landkreis besonders im Jahr 2009 Badeverbote für mehrere Seen. Diese Probleme treten jedoch in der Regel erst zum Saisonende auf, wenn das Wasser wärmer ist.
Der Kot von Wasservögeln kann eine Ursache für eine Verunreinigung durch Fäkalkeime sein. Wenn alles im normalen Rahmen bleibt, sieht Heiko Stedler in den Tieren kein Problem. Füttern sollte man sie allerdings nicht, damit sie sich nicht übermäßig vermehren. Kläranlagen, die ihre geklärten Abwässer in den Main einleiten, stellen nach Aussage der Experten im Normalfall keine Ursache für eine Beeinträchtigung von Flussbad-Freuden dar - wenn die Anlagen korrekt arbeiten. Bei sehr starken Regenfällen lassen sich allerdings Verunreinigungen aus Überlaufbecken oder Einschwemmungen aus Feldern und Wiesen mitunter nicht vermeiden. Im Jahr 2004 hatte es deshalb ein Badeverbot für die Rodach gegeben. Alles zur Sicherheit der Bevölkerung.
Die Ergebnisse der Proben werden regelmäßig auf den Internetseiten des Landratsamtes veröffentlicht.

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