Seit 18. Dezember rollt der Verkehr wieder durch die monatelang gesperrte Bahnhofstraße. Beendet ist die Großbaustelle im Zentrum der Badstadt aber noch nicht. "Leider haben wir es 2015 nicht mehr geschafft, es geht aber ins Finale", sagte Bauamtsleiter Michael Hess am Dienstagabend im Rahmen seines Sachstandsberichts vor dem Stadtrat.

Im Bereich zwischen Marktplatz und Ringstraße lädt die verkehrsberuhigte Bahnhofstraße bereits zum Flanieren zwischen historischen Bauten und Gastronomie ein, in den kommenden Wochen sollen auch die letzten Meter bis zur Goethestraße vollendet werden. Mit einem Gesamtvolumen von 1 440 000 Euro ist die Neugestaltung eines der größten Bauvorhaben Bad Staffelsteins.

Schon jetzt - so der Leiter des Bauamts - sei zu erkennen, "dass die Attraktivität der Stadt deutlich gesteigert werden konnte". Bis zur Fertigstellung, die witterungsabhängig Ende März erfolgen soll, gibt es aber noch einiges zu tun. Die Vollendung des dritten Bauabschnitts, die in den nächsten Tagen startet, kostet noch 464 000 Euro.


Straße ein letztes Mal gesperrt

"Die Bahnhofstraße wird voraussichtlich Anfang Februar noch einmal einige Wochen für den Durchgangsverkehr gesperrt", informiert Hess. Vor allem an den Kreuzungsbereichen mit der St.-Anna- und der Ringstraße werden die Bagger rollen. Außerdem wird der Mühlbach an manchen Stellen verrohrt.

St.-Anna-Straße:
Vor dem Anwesen des katholischen Jugendheims hat die Stadt eine etwa zweieinhalb Meter große Fläche erworben und konnte somit die Verkehrssicherheit erhöhen. Wo früher Autos mit einem Rad auf dem Gehweg parkten, hat man nun genügend Platz für Stellflächen und Fußgänger. Hess: "Jetzt kommt man auch mit Kinderwagen gut zum Hort und ins Neubaugebiet." Abgegrenzt wird der Gehweg durch eine neue Mauer, die in den nächsten Wochen noch eine Verkleidung aus Sandstein erhält. Außerdem wurde einige Meter weiter die Vorfahrtsregelung mit der Goethestraße geändert, wodurch stadtauswärts Fahrende jetzt halten müssen. "Wenn dann einer in die St.-Anna-Straße will, behindert ihn der Wartende", gab Erwin Richter (Freie Wähler) zu bedenken. Bürgermeister Jürgen Kohmann antwortete, man wolle die Situation beobachten. "Es muss eben jeder ein wenig mehr auf den anderen achten."

Ringstraße:
Der neue Fahrbahnbelag der Bahnhofstraße aus Pflaster wird in den kommenden Wochen zur optischen Aufwertung auch einige Meter in die einmündende Straße verlegt und im Zuge dessen auch notwendige Kanalarbeiten erledigt. Manuel Schrüfer (FW) regte an, die Löcher im weiteren Verlauf der Straße ebenfalls auszubessern. "Dann schaut es zur Einweihung auch schön aus." Kohmann nahm den Vorschlag auf, bat aber um etwas Zeit, da dies im Sommer leichter zu realisieren sei.

Mühlbach:
Ein optischer Hingucker soll der Bereich zwischen Rotkreuzweg und Goethestraße werden. Statt bisher von drei Brücken werden die Anwesen Bahnhofstraße 51, 53 und 55 künftig nur noch von zwei modernisierten Überwegen mit der Straße verbunden. Außerdem sollen dort Stufen zum Wasser hin, Sitzflächen und eine Ladestation für E-Bikes entstehen. Der Mühlbach wird dazu auf einigen Metern verrohrt. Das Ziel: Den Aufenthaltswert des Platzes, an dem die "Pizzeria bei Manu" und das "Cafe Stadtgespräch" liegen, zu steigern. Nebeneffekt: Auch die Zahl der Parkmöglichkeiten konnte erhöht werden. Abgerundet werden die Bautätigkeiten im gesamten Abschnitt durch Geländer und der sogenannten "Möblierung", bei der Bäume gepflanzt sowie Bänke und Schilder aufgestellt werden.





Weiteres Thema im Stadtrat: Strommasten vs. Banz-Blick?

Alte, auf einer Rechtsgrundlage von 1939 errichtete Strommasten werden durch modernere ersetzt. Soweit die Pläne der Deutschen Bahn, die zwischen Ebensfeld und Steinbach am Wald (Landkreis Kronach) ihre 110 Kilovolt-Bahnstromleitung erneuern will. Was auf den ersten Blick nachvollziehbar klingt, sorgte bei den Stadträten für einige Diskussionen. Der Stein des Anstoßes: Die neuen Strommasten sind teilweise deutlich höher als ihre Vorgänger. Zwölf der 23 Masten im Stadtgebiet von Bad Staffelstein würden über drei Meter größer werden. Darunter auch einige, die in Richtung Nedensdorf/Unnersdorf im Blickfeld nach Kloster Banz stehen. Einer davon soll sogar um 5,40 Meter "wachsen".

"Bei dem, was die Bahn veranstaltet, erschließt sich mir nicht der Sinn", sagte Winfried Ernst. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler argumentierte: "Aktuell fährt in der Region wegen der Baustelle kein Zug mehr und mittelfristig wird der Knotenpunkt Lichtenfels wegen der Neubaustrecke an Bedeutung verlieren. Warum braucht man dann neue, größere Masten, die unseren Tourismus beeinträchtigen?"


Mastenerhöhung wurde abgelehnt

Bedenken, die auch die anderen Stadträte teilten, weshalb man einstimmig eine Mastenerhöhung ablehnte. Außerdem sprach sich die Versammlung dafür aus, bei geographischen Verschiebungen die landwirtschaftliche Nutzbarkeit von Flächen nicht zu behindern. "Wenn ein Mast jetzt auf einer Grundstücksgrenze steht, soll er dort auch bleiben", sagte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU).

Die Planunterlagen des Feststellungsverfahrens liegen noch bis 18. Februar im Stadtbauamt, Oberauer Straße 13, Zimmer Nummer 1.04, während der Dienststunden zur allgemeinen Einsicht aus. Bis 3. März sind Einwände möglich.