Mit einem fröhlichen "Selamat Datang" wurden die Frauen am Freitagabend bereits am Eingang der Kirche auf das Thema des Abends eingestimmt. Der malaysische Gruß, der Friede und Willkommen ausdrückt, weist darauf hin, dass die Inhalte des Gottesdiensts in diesem Jahr von Christinnen aus Malaysia stammen.
Unter dem Motto "Informiert beten - betend handeln" wird jedes Jahr Anfang März der Weltgebetstag der Frauen begangen. Auch in Bad Staffelstein feierten katholische und evangelische Frauen diesen Tag mit einem Gottesdienst, der heuer unter dem Motto "Steht auf für die Gerechtigkeit".

Frauen gestalteten Gottesdienst


15 Frauen aus Bad Staffelstein und Umgebung machten sich Gedanken über das südostasiatische Land. Sie dekorierten den Altar und stimmten die Gemeinde sowohl visuell als auch musikalisch auf Malaysia ein.
Bereits beim Einzug in die Kirche machten die Frauen außerdem deutlich, was den Christinnen in Südostasien wichtig ist: Aufstehen für die Gerechtigkeit. So forderten sie die Besucherinnen gleich zu Beginn auf, sich zum Zeichen für mehr Gerechtigkeit von den Bänken zu erheben.
Anschließend wurde Malaysia vorgestellt, wobei die Schönheit des Landes vor allem durch einige Landschaftsaufnahmen aufgezeigt wurde.
Es folgte die Lesung einer Stelle aus dem Buch Habakuk, wobei der Prophet Gott aufgrund von Ungerechtigkeiten zur Rede stellt. Auch bei der Geschichte einer Witwe, die einen Richter um Hilfe bittet, ging es um den Mangel an Gerechtigkeit, denn der Richter will der Frau lange Zeit nicht helfen.
So machten die Frauen, die teilweise sogar in typisch malaysischer Tracht gekleidet waren, deutlich, wie allgegenwärtig Ungerechtigkeit im täglichen Leben ist.

Musikalische Untermalung


Musikalisch wurde den Gottesdienstbesucherinnen viel geboten. Die eigens für diesen Weltgebetstag gegründete Band, bestehend aus Monika Giebfried, Silvia Herzig und Anna Beier-Pfab, begleitete die zahlreichen Lieder.
In Form eines Rollenspiels gestalteten Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen als Journalistin und Conny Schaller-Kraus, stellvertretend für Irene Fernandez, die Gründerin der Frauenrechtsorganisation Tenaganita, ein Interview. Auch hierbei wurde deutlich, wie ungerecht gerade Frauen in Malaysia noch immer behandelt werden.
Auf die Organisation Tenaganita gingen die Frauen auch deshalb näher ein, weil sich diese vor allem für die Rechte von Hausangestellten in Malaysia einsetzt. Die Angestellten müssen oft unter unwürdigen Bedingungen arbeiten, weshalb Tenaganita eine Unterschriftenkampagne startete. In der Kilianskirche lag diese Petition aus, so dass alle, die das wollten, direkt nach dem Gottesdienst mit einer Unterschrift ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit setzen konnten.