Einfühlsam, geduldig, teamfähig, pünktlich. Es sind schon ein paar Qualifikationen, die Mitarbeiter des Spielmobils mitbringen müssen. Aber das heißt noch nicht, dass sie auch spielen können. Eben das lernten sie am Freitag und Samstag in Theorie und Praxis, sie klärten Haftungsfragen und testeten Spielgeräte.

Dieser Samstag war ein kalter Märztag. Der Himmel grau, es windet. 16 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren müssen das auf dem Gelände des Kreisbauhofs aushalten. Aber es winkt eine sinnvolle Aufgabe.
Und eine doch auch einträgliche, denn über die kommunale Jugendarbeit lässt sich etwas verdienen. Acht Euro, so heißt es, betrage die Aufwandsentschädigung für das Bespielen und Bespaßen von Kindern.

"Das ist definitiv Arbeit", verspricht Nadine Rohowsky. Die Sozialpädagogin und Kreisjugendpflegerin ist mit der Jugendarbeit im Landkreis befasst. Heute wird sie einer jungen Frau Fahrstunden mit dem Spielmobil anbieten und darüber wachen, dass die Jugendlichen ordentlich eingewiesen werden. Es gilt viel zu beachten, denn Spielen will strukturiert sein. 16 Jahre sollte man mindestens sein oder mindestens während der neuen Spielmobilsaison werden.

Eine Hüpfburg lässt sich nicht einfach aufrollen und nimmt über ein Gebläse Gestalt an. Sie muss sachgemäß gerollt und gefaltet werden, wie ein Fallschirm. Auch sei darauf zu achten, dass Kinder in der Hüpfburg keinen Salto springen, da in einer Fuge am Einstieg durchaus die Gefahr bestehe, sich das Genick zu brechen. Aber eine Hüpfburg kommt selten allein mit dem Spielmobil auf dessen 140 Einsätzen im Jahr.

Meist sind noch jede Menge anderer Spielstationen dabei, etwa die Rollbahn, bei der Kinder sich die Finger einzwicken können. Alles schon passiert, alles Erfahrungswerte, wie Nadine Rohowsky zu verstehen gibt. Bedarf die Hüpfburg nur einer Aufsichtsperson, so sind es bei der Rollbahn schon zwei. Vor allem aber darf links wie rechts auf einer Breite von je drei Metern kein Wurzelstumpf, kein Bordstein zu finden sein: nichts, was einen Sturz verschlimmern könnte. Und wie baut man das Ding überhaupt fachgemäß zusammen?

Ole Steffen ist einer aus der Gruppe. Ein Schneyer, ein Gymnasiast, ein 17-Jähriger. Doch, kinderlieb sei er; und ja, geduldig auch. Zwei mal monatlich, so schätzt er, könnte er, wenn es die schulischen Leistungen erlauben, Kindern eine Freude damit machen, sie zum Spielen und Toben anzuleiten. 2400 Euro könnte er verdienen, das ist die steuerfreie Jugendleiterpauschale.

Utopisch, denn dann müsste er 300 Stunden machen und das haut nicht hin. Auch schon darum, weil er sich die Dienste mit anderen teilt und das Spielmobil nur an Wochenenden und von April bis Oktober ausrückt. Seine Motivation?

Ole erzählt von der Bundeswehr, von seinem Traum, Offizier und danach Mediziner zu werden - und davon, dass die Bundeswehr soziales Engagement schätzt.

"Ich habe mich schon in der Hausaufgabenbetreuung eingebracht und jetzt das hier", erklärt Ole. Während er das erzählt, wird ihm die Hand eingegipst. Auch ein Programmpunkt für Kinder, dieses Gipsen. So wie das Kinderschminken, das auch geprobt sein will. So sitzt man da und übt im Gesicht des Gegenübers, was Schablonen und Fotografien so an Kinderschminktipps empfehlen.

Seine Freunde, "die murren nicht, die verstehen das", sagt Ole. Doch, überrascht, so sagt er, sei er von dem Kurs auch. "Dass es trotzdem so viele Mitarbeiter und Einsätze gibt. Und viel zu lernen."