Neue Arbeitsplätze bescheren derzeit dem Landkreis Lichtenfels rund 300 Zuwanderer im Jahr. Da es im Landkreis weniger Geburten als Sterbefälle gibt, wird ein Rückgang von 300 Personen verzeichnet, der durch die neuen Bürger ausgeglichen wird. Das erläuterte Kreisentwickler Andreas Grosch bei der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Infrastruktur am Dienstag. Er wies auf die gute Entwicklung in den letzten drei Jahren hin.
"Wenn der Landkreis also aufgrund von Zuwanderung diese 300 Personen ausgleicht, dürfen wir uns über eine stabile Bevölkerungsentwicklung in den kommenden Jahren freuen", sagte Grosch. Landrat Christian Meißner ging in diesem Zusammenhang auf eine neue Willkommenskultur ein. Er wird dies mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreisausschuss und auch den Bürgermeistern gemeinsam vorantreiben. Jeder neu Eingestellte - insbesondere bei Concept Laser, aber auch bei allen anderen Betrieben im Landkreis - solle eine Willkommensmappe erhalten. Hierin sollen die Vorzüge des Landkreises aufgezeigt werden. Auch konkrete Wohnungsangebote würden enthalten sein. "Dies werde ich in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt angehen, denn Concept Laser stellt schon jetzt massiv neu ein und wir müssen hier schnell handeln", so Meißner.


Mehr Beschäftigte im Landkreis

Passend zum Thema berichtete Wirtschaftsförderer Helmut Kurz über die Unternehmensentwicklung im Landkreis, die sich sehr gut präsentiere. Insbesondere beim Vergleich der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeits- und Wohnort in den Jahren 2012 bis 2016 werde für den Landkreis deutlich, dass man sich hin zum Wohnstandort entwickelt habe. "Besonders bei der Arbeitslosenquote konnten wir von Januar 2005 bis April 2017 eine großartige Entwicklung dank der Unternehmen im Landkreis und der guten Konjunktur erfahren", stellte er fest. Von 12,3 Prozent im Januar 2005 seien aktuell nur noch 3,4 Prozent arbeitslos. Landrat Meißner fasste zusammen: "Die Zahl der Beschäftigten im Landkreis Lichtenfels steigt, der Landkreis als Wohnstandort ist gefragt, aber gilt auch als Auspendlerstandort." Daher müsse der Öffentliche Personennahverkehr weiter gestärkt werden. Dies sei Aufgabe des Landkreises. Die Kommunen seien für die Schaffung von weiterem Wohnraum zuständig. "Die Ausweisung kurzfristig nutzbarer Gewerbegebiete und auch eine gute Breitbandversorgung aller Wohn- und Gewerbegebiete in ihrer jeweiligen Kommune sind dringend notwendig", so der Landrat.
Im Bereich des Fifty-Fifty-Taxis wird es Neuerungen geben, informierte der Ausschussvorsitzende. Die alte Berechtigungskarte werde durch eine Software-Lösung abgelöst. Dann solle die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises genutzt werden. Die Entwicklung der Software werde gemeinsam mit dem Landkreis Kulmbach erfolgen. Hierzu sollen auch Fördermittel beantragt werden. Jeder Landkreis setze dann aber unabhängig voneinander das Fifty-Fifty-Taxi entsprechend in seinem Kreisgebiet um.
Andrea Musiol, verantwortlich für den Tourismus im Gebietsausschuss Obermain-Jura, gab einen Ausblick über die künftigen Maßnahmen im Bereich des Tourismus.
Hier sei die Neuauflage eines Radwanderführers mit elf ausgewählten Touren auf jeweils einem DIN-A4-Blatt geplant. Diese würden in einer attraktiven Hülle an Interessierte ausgegeben. Der Wasserwanderweg Main, die "Gelbe Welle", werde einheitlich beschildert. Zudem sei es eine wichtige Daueraufgabe, die Wanderwege zu beschildern. Weiterhin werde ein Flyer die "Lieder auf Banz" bewerben.