220 Weißkrautpflanzen hat Maria Neupert heuer gepflanzt - doppelt so viel wie im Vorjahr. Einziger Verwendungszweck: Herstellen von Fass-Sauerkraut. Maria Neupert ist nicht nur Ortsbäuerin von Stublang, sondern auch aktives Mitglied im Obst und Gartenbau Verein, OGV. Zusammen mit vielen anderen Stublangern war sie gestern schon früh morgens auf den Beinen, stellte in ihrem Stand Marmeladen, Liköre und Gebäck für die Obstmarktbesucher zurecht. Offizieller Beginn des bunten Markttreibens war zwar erst um 13 Uhr, doch schon zwei Stunden vorher fanden bei herrlichstem Sonnenschein die ersten Besucher den Weg in den kleinen Lautergrundort.
Bis dahin hatte das Team um Luise und Karin Schorn schon längst fleißig gebacken: allein 20 große Bleche Apfel-Streuselkuchen, dazu Käse- und Zwetschenkuchen mussten vorbereitet und gebacken werden. Viele Frauen aus dem Dorf - ob Mitglied im OGV Stublang, oder nicht - halfen tüchtig mit: schnippelten, kneteten, belegten.
Bereits am Samstag machten sich Paulina Säum, Agnes Herold und Elvira Hümmer ans Werk und buken 250 Krapfen, "ausgezogene" natürlich, wie sie typisch fränkisch sind.
Jede Menge Arbeit gab es am Sonntagnachmittag auch am Apfelsaftstand neben dem Gemeindehaus in Ortsmitte: Alois Hellmuth säuberte säckeweise frische Äpfel, Michael Weidner und Bernd Reinhardt standen an der vereinseigenen Saftpresse und holten Liter um Liter aus den Streuobstwiesenfrüchten. Gerhard Müller und der erst seit März ins Amt des ersten Vorstand gewählte Helmut Reinhardt füllten ab und verkauften den Saft flaschen- und gläserweise.
Der Holunder erfuhr auf diesem Obstmarkt geradezu eine
Renaissance: früher bekannt und geschätzt als erfrischender Sirup (mit Wasser gemischt) in den Sommermonaten, oder als Hausmittel bei fiebrigen Erkrankungen, gab es diesmal eine große Nachfrage nach Sirup aus einem anderen Grund. Die hellgelbe Flüssigkeit ist wichtiger Bestandteil im Modegetränk "Hugo": "Einfach ein Schuss Sirup, mit Sekt oder Prosecco auffüllen, Scheibe Limette dazu und fertig", freut sich Elvira Hümmer über die Nachfrage. Mit ihrer Familie ist sie schon seit Beginn des Obstmarktes vor sieben Jahren mit dabei, stellt Bärlauch-Pesto her und eingemachte Zucchini. An vielen Ständen darf man wieder probieren, das gilt nicht nur für die verschiedenen Marmeladen. Auch der "Honigmann" aus Oberleiterbach lädt zu einem kleinen Likörchen ein.
Wie bei Sebastian Schorn: er hat heuer nicht nur heiße kürbissuppe und Holzofenbrot im Angebot, sondern auch hausgemachtes Griebenschmalz, das darf man gleich probieren. Georg Zenk und seine Familie stellen weißen Käß' selber her. Der Vollerwerbslandwirt hatte zudem heuer auch ein glückliches Händchen mit seiner Roten Bete gehabt: das Angebot ist groß, die gesunden Knollen auch.
Viele Tombola-Sachpreise und Pflanzen für den Garten ziehen derweil die Aufmerksamkeit der vielen Obstmarktbesucher auf sich: am Stand mit den Losen gewinnt jedes zweite Los. Cesrin Büttner von der Jugendgruppe verziert beim Kinderschminken geschickt und ideenreich die Gesichter der kleinen Bescher mit bunten und lustigen Motiven, gleich daneben ist Dosenwerfen und Basteln.