"Kewenn Entráctes" nennt sich der Theaterverein aus Quéven, der Partnerstadt der Kunstädte und Weismains. Und wie der Auftritt seiner Jugendgruppe beim Abschlussabend im Rathauskeller zeigte, war es vermutlich ein Glücksfall, dass sich die Ankündigung eines vollwertiges Theaterstücks als Missverständnis erwiesen hatte: Stattdessen boten die 13- bis 15-Jährigen Schauspielübungen (Pantomime, Stimmtraining, Situationskomik) dar, die kaum Text beinhalteten und folglich auch für diejenigen Zuschauer amüsant waren, die der französischen Sprache nicht mächtig sind.
Die Irritation um den Beitrag war dann auch schon die einzige des Abends. Ansonsten herrschte Einigkeit: über ein gelungenes achttägiges Programm etwa, das die Deutsch-Französische Gesellschaft Obermain (DFGO) für die diesmal 39 Gäste ausgearbeitet hatte. Neben einem bewegenden Besuch der Konzentrationslager-Gedenkstätte Buchenwald gefielen auch eine Bayreuth-Fahrt, die Führungen in Burgkunstadt und Weismain und die Bärental-Wanderung am Maifeiertag.

Weil gerade Letztere sehr gut ankam, soll diese Mischung soll auch in Zukunft beibehalten werden, verriet DFGO-Vorsitzender Reinhard Huber: nur noch ein großer Ausflug (im kommenden Jahr geht es auf Wunsch der Franzosen voraussichtlich nach Dresden) - und dafür mehr kleinere Erkundungstouren in Franken und vor allem den hiesigen Partnerstädten selbst, damit die Gäste mehr Zeit mit den Familien verbringen "und nicht nur zum Schlafen am Obermain sind".

Nachdem die Theaterdarbietung am Tag zuvor schon am Burgkunstadter Gymnasium stattgefunden hatte, waren sich Huber und Lehrerin Jutta Vogel auch darin einig, die Kooperation zwischen Oberfranken und der Bretagne auch auf Schulebene intensivieren zu wollen. Quévens Bürgermeister Marc Cozilis, der auch zu den Gästen zählte, versicherte, entsprechende Kontakte knüpfen zu wollen.

Und gar keine Diskussion kam bei der Frage auf, ob die deutsch-französische Freundschaft auch gut schmecken kann: Zu späterer Stunde überraschte die DFGO mit einem von der örtlichen Konditorei Besold gebackenen Kuchen, dessen Präsentation feierlich zelebriert wurde. Im Schein von Wunderkerzen trugen Huber, Cozilis und Anne Marie Audren, Vorsitzende der "Association franco-allemande du Morbihan" (AFAM), die mit vielen Zuckerguss-Fahnen beider Länder, einem essbaren Städtepartnerschafts-Emblem und "50 Jahre Élysée-Vertrag" in Schokoschrift versehene Leckerei durch die Besucherreihen, wurden dabei ebenso oft fotografiert wie davor der Schauspiel-Nachwuchs.

Deutlich wurde der funktionierenden Austausch zwischen Oberfranken und dem äußersten Westen Frankreichs auch in den Grußworten. Der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer (CSU) sprach von einer "lebendigen Partnerschaft" und unterstrich, "dass auf allen Seiten sehr intensiv daran gearbeitet wird, dass sich keine Routine und keine Langeweile einschleichen". Marc Cozilis wertete die Freundschaft als Beitrag für "Frieden und Verständigung", während sich auch Anne Marie Audren auf das 50. Jubiläum der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Deutschland und Frankreich ("Élysée-Vertrag") bezog. Alle drei Redner sparten nicht mit Dankesworten für die DFGO mit ihren Vorsitzenden Reinhard Huber und Hans-Walter Kraus sowie für die 20 beherbergenden Gastfamilien.

Dass Audren "Bis bald" an den Schluss ihrer Ansprache stellte, kommt nicht von ungefähr: Bereits in knapp zwei Wochen unternimmt die DFGO den Gegenbesuch in Quéven. Für die Frankreich-Fahrt vom 24. Mai bis 2. Juni stehen noch einige Plätze bereit. Informationen gibt es bei Reinhard Huber (Tel. 09575/1489, Handy 0173/5760250).