In Altenkunstadt bricht ein neues Zeitalter bei der Straßenbeleuchtung an: Die alten Quecksilberdampflampen, die als Pilz- und Kofferleuchten das Straßenbild prägen, haben ausgedient. 605 Leuchten werden zum Preis von 490 000 Euro ausgetauscht. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: "Altenkunstadt spart im Jahr 412 000 Kilowattstunden Strom, was bei einem Strompreis von 0,19 Cent pro Kilowattstunde eine Ersparnis von gut 78 000 Euro ergibt. Dank der LED-Leuchten werden die Straßen zudem gleichmäßig ausgeleuchtet", sagte Diplom-Ingenieur Willi Scherm vom Ingenieurbüro "S&R" aus Diepersdorf bei Nürnberg am Dienstagabend im Bauausschuss.
"Das Licht muss auf die Straße und nicht in den Hof", begrüßte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) den Austausch. Anhand einer 3D-Simulation, die die Straße "Am Linding" zeigt, war den Mitgliedern des Gremiums zuvor ein Licht aufgegangen. Zunächst hatte der Fachmann ihnen die derzeitige Situation erläutert. Die Pilzleuchten strahlen ringsum um den Lampenmast sehr hell, um dann, was die Intensität der Beleuchtung anbetrifft, deutlich abzufallen, noch ehe die nächste Lampe zu leuchten beginnt. Von den Pilzlampen werden auch Gärten und Einfahren mit ausgeleuchtet, obwohl eigentlich nur die Straße bestrahlt werden soll.

In sieben Jahren amortisiert

Ganz anders die LED-Leuchte: "Wie Sie sehen, strahlt sie gleichmäßig intensiv bis zur nächsten Lampe. Der Bereich außerhalb der Straße bleibt unbeleuchtet", sagte Scherm. Die LED-Lampen hätten sich in sieben Jahren amortisiert. Die Masten blieben bestehen, so der Redner, der die Lebensdauer der neuen Leuchten auf 100 000 Stunden bezifferte. Bürgermeister Robert Hümmer hatte daran erinnert, dass aufgrund einer EU-Verordnung die alten Quecksilberdampflampen ausgetauscht werden müssen. Der Bund bezuschusse den Austausch mit 20 Prozent, informierte er.
Auch die Frage, welche Leuchtkörper eingesetzt werden soll, beschäftige die Ausschussmitglieder. Gemeinderat Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) hatte das Thema angeschnitten. Scherm informierte darüber, dass es zwei Formen von LED-Lampen gebe: viereckige, flachen Leuchten und die etwas teureren Glocken. "Die dekorative Variante ist mit 700 Euro 300 Euro teurer als die schlichtere." Dort wo bereits Quecksilberdampfleuchten in Glockenform stünden, werde man auch zukünftig auf diese Form zurückgreifen. In allen anderen Fällen werde die viereckige Form zum Einsatz kommen. Das habe man auch bei der Berechnung des Gesamtpreises mit berücksichtigt, schloss der Experte.
Wie sieht der Zeitplan aus? Das Vorhaben wird in den kommenden Wochen ausgeschrieben. Danach erfolgt die Vergabe im Gemeinderat. Der Austausch der Lampen soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Vier Eichen müssen weichen

Im Baugebiet Hochbehälter müssen vier alten Eichen weichen - und zwar aus Gründen der Verkehrssicherheit. Zudem musste im Zuge eines Grundstückstausches in diesem Bereich eine Hecke beseitigt werden. Und da bekanntlich aller guten Ding drei sind, hat auch noch der Blitz in eine Eiche eingeschlagen, die auf einem Anwesen in der Straße Schwedengrube unweit des Baugebiets Hochbehälter steht. Der 100 Jahre alte solitär stehende Baum ist derzeit noch gesund. Allerdings steht zu befürchten, dass die Eiche in zehn bis 20 Jahren in ihrem Inneren morsch wird. Ludwig Winkler hatte in einem Antrag für eine Ersatzbepflanzung plädiert. Seine Anregung fand Widerhall im Gremium: Die einzeln stehende Eiche wird durch eine drei Meter hohe Kastanie ersetzt. Den Preis für die Kastanie hatte Bürgermeister Robert Hümmer auf 150 Euro beziffert. Außerdem werden im Baugebiet Hochbehälter eine neue Hecke und zwei bis drei Eichen angepflanzt. Letztere werden in gebührendem Abstand zu einem Bauplatz aufgestellt, um einen Schattenwurf auf das Gelände, das einmal bebaut werden soll, zu verhindern.
Gehen von der Biogasanlage zwischen Prügel und Baiersdorf noch immer Geruchsbelästigungen aus? Ludwig Winkler meinte ja - der Bürgermeister nein. Ersterer berief sich auf Gemeinderätin Martina Mätzke (JWU), die in Baiersdorf wohnt, und ihn über Geruchsbelästigungen aus jüngster Zeit informiert habe. Letzterer hingegen stellte fest: "In den vergangenen Wochen wurden keine Beschwerden an mich herangetragen." Zugleich betonte Hümmer, dass es heute nicht um eine Grundsatzdiskussion gehe. Vielmehr hätten sich die Planungen zum Bau des Fahrsilos, den Landwirt Jochen Leikeim auf dem Gelände seiner Biogasanlage errichten möchte, geändert. Der Tekturplan wurde mehrheitlich genehmigt. Ludwig Winkler wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob das Fahrsilo abgedeckt werden müsse oder nicht. "Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften", klärte ihn Hümmer auf. Mit den Kinderausflugswagen Altenkunstadt erkunden - für die Jungen und Mädchen in der Kathi-Baur-Kindertagesstätte ist das ein Mordsspaß. Was fehlt ist eine eigene "Garage" für die Fortbewegungsmittel. Derzeit stehen sie im Fluchtbereich des Kindergartens. Stephanie Dittrich von der grün-offenen Liste erinnerte daran, dass ein kleiner Schuppen für die Wagen gebaut werden sollte. Zudem wies sie darauf hin, dass in der Kathi-Baur-Kita die Kinderfahrräder in einem Schuppen stünden, der nicht abgesperrt werden könne. "Wir werden uns darum kümmern", versprach der Bürgermeister.

Kloster kostet Grün

Das katholische Pfarrhaus wird bekanntlich zu einem kleinen Kloster, im kirchlichen Fachjargon domus religiosus genannt, umgebaut. Hümmer teilte mit, dass im Zuge der Baumaßnahme die Bäume und großen Sträucher entlang der Kirchhofmauer entfernt werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten werde der Grünstreifen in der Geistliche-Rat-Quinger-Straße wieder bepflanzt.