Um 18.13 Uhr war über die Integrierte Leitstelle (ILS) ein Rettungswagen des Roten Kreuzes alarmiert worden. Dies bestätigte BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak auf Anfrage unserer Zeitung. Der Rettungswagen war nach acht Minuten am Unteren Tor, fuhr Petrak fort.

Um 18.16 Uhr sei außerdem ein Sanitäter über Funk vom Oberen Tor zum Unteren Tor geschickt worden; ein weiterer Sanitäter, war zu diesem Zeitpunkt bei einem anderen Einsatz in der Badgasse gebunden. Der Sanitätsposten vom Oberen Tor traf gleichzeitig mit dem Notarzt und dem Rettungswagen um 18.21 Uhr bei dem 66-jährigen Herzinfarktpatienten ein, sagte Petrak. Als Ersthelfer hätten sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Arzt und zwei Krankenschwestern um den Mann gekümmert, die in einer Notfallaufnahme arbeiten.
 


Wiederbelebung fortgesetzt

Der Notarzt und die Sanitäter setzten die Wiederbelebungsversuche der Ersthelfer mit technischem Gerät fort. Ihnen gelang es, den 66-Jährigen zu stabilisieren. Der Mann wurde zunächst ins Lichtenfelser Klinikum gebracht und später zur weiteren Behandlung nach Coburg, wo Herzspezialisten auch an den Wochenenden in ständiger Bereitschaft sind.

Trotz der umsichtigen Versuche der Ersthelfer und der professionellen Hilfe durch die Rettungssanitäter starb der 66-Jährige am Abend.

Die Rettungsdienste sind gesetzlich verpflichtet, die Zwölf-Minuten-Hilfsfrist einzuhalten. Diese Frist beginnt jedoch erst ab der Alarmierung zu laufen: "Wir können erst in dem Augenblick handeln, in dem wir's wissen", sagte Thomas Petrak. In diesem Fall sei die Rettungskette vorbildlich gewesen - die Ersthelfer hätten beatmet und den Patienten per Herzdruckmassage stimuliert.

"Wenn Ersthelfer nichts machen, kommt oft auch professionelle Hilfe zu spät", ergänzte Petrak - und er wies darauf hin, dass ein Todesfall für die Helfer immer niederschmetternd ist: "Das sind hoch engagierte Mitarbeiter, sowas trifft sie hart." Der BRK-Kreisgeschäftsführer widersprach damit Aussagen, die Rettungskräfte seien erst nach 15 Minuten eingetroffen.