Agnes Eck lebt in einer Regens-Wagner-Wohngruppe in Altenkunstadt. Mit ihren 82 Jahren geht sie immer noch gerne zu Fuß, Sommer wie Winter. Auch sonst ist sie eher der aktive Typ. Sie sagt: " Arbeiten hat mir immer Spaß gemacht, vor allem im Garten."
Vielleicht hat die viele frische Luft sie fit gehalten, denn Agnes Eck hat beim Fitnesslauf in der Kategorie Nordic Walking als eine der Besten abgeschnitten, mit 25 Minuten und 44 Sekunden auf 2,5 Kilometer.
Im Garten- und Freizeitgelände der Burgkunstädter Regens-Wagner-Einrichtung fand am Samstag der 10. Fitnesslauf statt. Dort konnten die Bewohner ihre Kräfte und Ausdauer unter Beweis stellen. Je nach Möglichkeit und Können traten sie in drei Kategorien an: Lauf, Nordic Walking und Bewegungs- und Klangparcours. Die Läufer und Walker müssen dabei fünf mal 500 Meter Rundkurs zurücklegen.


82 Jahre - vier Monate

Die 82-jährige Agnes Eck bekam den Preis für die älteste Teilnehmerin, die jüngste war die vier Monate alte Tiara. Sie wurde von ihrer Mutter im Kinderwagen geschoben. Den Fitnesslauf gewonnen hat der 24-jährige Dominik Lux aus Rödental, der die Strecke in 14 Minuten und 23 Sekunden zurücklegte. In seiner Freizeit spielt er zwar Fußball und macht Fitnesstraining, aber damit, dass er gewinnt, hat er nicht gerechnet.
"Eigentlich wollte ich es gemütlich angehen lassen", sagte Lux. Beim Fitnesslauf war er zum ersten Mal dabei. Es habe auf jeden Fall Spaß gemacht, bestätigt Lux, auch nächstes Jahr wolle er mitmachen, schon um seinen Titel zu verteidigen.
Regens Wagner begleitet Menschen mit geistiger Behinderung. Die ist bei den Bewohnern der Einrichtung unterschiedlich stark ausgeprägt . Gesamtleiterin Sabine Schubert sagte: "Bewegung und Sport sind bei uns ein wichtiges Thema, weil es Spaß macht, fit hält und gut tut." Etliche Bewohner der Einrichtung seien in Sportvereinen aktiv, zum Beispiel beim FC Baiersdorf.
Auch für motorisch eingeschränkte Behinderte gab es eine Möglichkeit, teilzunehmen: im Bewegungs- und Klangparcours. Der kam vor allem bei den Kindern gut an. Der achtjährige Kodran Saliaj schwärmt: "Das Dosenwerfen hat mir am meisten Spaß gemacht."
Schirmherr der Veranstaltung war der Altenkunstädter Bürgermeister Robert Hümmer Er sagte, er freue sich, sich für Menschen mit Behinderung einsetzen zu können, auch außerhalb seiner Gemeinde. Mit der Schirmherrschaft hat er sich mit Burgkunstädter Bürgermeisterin Christine Frieß abgewechselt. Beide haben selbst mitgemacht, und zwar beim Sponsorenlauffürden Förderverein.


845 Euro er-laufen

Pro Runde sollte mindestens ein Euro gespendet werden, entweder von den Läufern selbst oder von Sponsoren. So einen Sponsor hatte Bürgermeisterin Frieß. Sie erklärte: "Als Zusatzmotivation hat mir Wolfgang Sievert in Aussicht gestellt, dass er 100 Euro spendet, wenn ich 20 Runden laufe." Und das hat geklappt. Insgesamt kamen beim Sponsorenlauf 845 Euro zusammen für den Förderverein. Der wurde 2003 gegründet, da für soziale Aufgaben immer weniger öffentliche Gelder zur Verfügung stehen. Unterstützt werden Projekte zu Therapie, Bildung und Freizeit. Als Vorsitzender des Fördervereins moderierte Wolfgang Sievert die Veranstaltung. Bei der Siegerehrung lobte er nicht nur das Engagement der Teilnehmer, sondern auch die Organisation. Insgesamt haben 150 Teilnehmer mitgemacht.Alle waren begeistert.