Pseudokrupp Husten ist ein Phänomen, das wahrscheinlich viele Eltern kennen. In der Nacht wird das Kind mit bellendem Husten wach, obwohl es vorher doch eigentlich gesund schien. Die Stimme klingt heiser, die Eltern verunsichert: Was soll ich tun? Und ist Pseudokrupp wirklich gefährlich? Lesen Sie hier, worin beim Pseudokrupp die Gefahren liegen können.

Was ist Pseudokrupp?
Warum wird der nächtliche Anfall Pseudokrupp Husten genannt? Beim "echten" Krupp handelt es sich um eine Entzündung der Luftröhre und/oder des Kehlkopfes ausgelöst durch die Diphtherie. Doch dieser echte Krupp kommt heutzutage kaum noch in unseren Breitengraden vor, weil es dagegen eine Impfung gibt. Die Symptome können sich ähneln, doch Pseudokrupp ist im Vergleich dazu harmloser. Pseudokrupp wird umgangssprachlich Krupp genannt. Also ist ein Krupp Anfall Pseudokrupp. So viel dazu, falls Sie sich mal von den Bedeutungen der Wörter verwirrt fühlen.

Ein paar Fakten zum Pseudokrupp
• Pseudokrupp wird durch Viren, seltener aber auch Bakterien ausgelöst. Das können Influenza-Viren aber auch Masern-, Windpocken- oder Herpesviren sein. Diese Viren setzen sich auf die Schleimhäute und rufen Entzündungen hervor
• Pseudokrupp tritt besondern in den kalten Monaten des Jahres auf, weil dann unsere Immunabwehr herabgesetzt ist. Außerdem sind viele Menschen erkältet, die Gefahr, sich anzustecken ist also deutlich erhöht
• Die Immunabwehr wird aber auch durch andauernde Feuchtigkeit, kühle oder kalte Luft begünstigt. Weiterhin Luftverschmutzung oder Passivrauchen.
• Das Leitsymptom des Krupphustens ist der laute, bellende Husten. Der Hals schmerzt, das Atmen kann erschwert sein. Dadurch kommt es zu großer Angst sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Eltern.

Das Gefährliche an Pseudokrupp
Normalerweise verläuft der Krupphusten relativ harmlos. Trotzdem sollte er erst genommen werden, weil verschiedene Faktoren eine Verschlimmerung der Symptome begünstigen können. Ist das Kind beispielsweise bereits durch eine andere Erkrankung immungeschwächt oder nimmt es Immunsuppressiva, kann Pseudokrupp stärker zuschlagen. Auch bei bestehenden Lungenerkrankungen wie Asthma oder bei Allergien besteht die Gefahr einer Verschlimmerung.

Das Gefährliche am Pseudokrupp kann sein, das es zu schwerer Atemnot kommt. Durch die akut hervorgerufene Entzündung schwellen die Atemwege an, was vor allem im Bereich des Kehlkopfs gefährlich ist. Bei vielen Kindern kommt es dadurch zu leichten Atem- oder Schluckbeschwerden, andere, vor allem jüngere Kinder, können einen akuten Erstickungsanfall bekommen. Anzeichen, bei denen Sie von einer zunehmenden Unterversorgung mit Sauerstoff ausgehen können, sind folgende:
• Blaufärbung der Lippen
• Blasse Finger
• Schweres Giemen und Pfeifen beim Atmen
• Das Kind nimmt automatisch eine atemfördernde Haltung ein (Kutschersitz)
• Eintrübung des Bewusstseins
Unter akuten Sauerstoffmangel kann es auch zu Krampfanfällen kommen. Rufen Sie in jedem Fall den Notarzt!

Wichtig zu wissen ist, dass Sie als Eltern bei einem Kruppanfall Ihres Kindes ruhig bleiben. Die Symptome des Pseudokrupp werden massiv durch die Psyche getriggert. Wenn Sie also Angst haben und Ihr Kind das spüren lassen, wird es sich weiter hineinsteigern. Dabei hat es selber bereits Angst durch die Atemnot. Reden Sie beruhigend mit Ihrem Kind, nehmen Sie es in den Arm und wenden Sie Gegenmaßnahmen an. Sie haben es mit in der Hand, ob sich der Krankheitsverlauf verschlimmert oder nicht.

Wann muss ich bei Pseudokrupp zum Arzt?
Wie erwähnt tritt Pseudokrupp recht häufig auf. Je älter das Kind wird, desto seltener kommt diese Erkrankung vor. Wenn Ihr Kind das erste Mal einen Pseudokruppanfall hat, sollten Sie zumindest am nächsten Tag den Kinderarzt aufsuchen. Er wird feststellen, ob es sich tatsächlich um Pseudokrupp oder um echten Krupp, also Diphtherie handelt. Wenn Ihre Kinder nicht gegen Diphtherie geimpft sind, sollten Sie in jedem Fall den Kinderarzt aufsuchen bzw. den kinderärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen.

Neben etlichen Hausmitteln gegen Pseudokrupp, die Sie selber anwenden können, wird der Arzt Ihnen vielleicht Kortisonzäpfchen oder einen Inhalator verschreiben. Beide Präparate führen dazu, dass die Schleimhäute rasch abschwellen und die Beschwerden sich innerhalb kurzer Zeit reduzieren.

Verringern Sie das Risiko
Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen. Verringern Sie das Risiko Ihres Kindes, an Pseudokrupp zu erkranken. Es gibt ein paar Dinge, auf die Sie achten können. Insbesondere dann, wenn bei Ihrem Kind Pseudokruppanfälle bekannt sind:
• Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit in dem Raum, wo das Kind schläft. Hängen Sie dazu zum Beispiel ein paar nasse Handtücher in den Raum. Achtung: Feuchte und gleichzeitig warme Luft kann die Beschwerden verstärken
• Rauchen Sie nicht in der Wohnung!
• Das Kind sollte "abgehärtet" werden. Lassen Sie es also auch ruhig in der kalten Jahreszeit draußen spielen, egal, wie die Witterung ist. Mit entsprechender Kleidung ist das in keinem Fall ein Nachteil
• Sie können das Immunsystem Ihres Kindes mit der ensprechenden Ernährung fördern, so dass Infektionen seltener auftreten
Die oben erwähnten Tipps sind kein Garant dafür, dass Pseudokrupp verhindert wird. Eine tatsächlich nachgewiesene Methode, um diese Krankheit zu verhindern, gibt es nicht. Allerdings können Sie mit den erwähnten Maßnahmen das allgemeine Krankheitsrisiko senken.