Beitrag von Anna Schmitt

Unter diesem Thema stand die Veranstaltung der Frauen-Union Baunach, die am 16. April 2019 stattfand. Als am 19. Januar 1919 die Frauen zum ersten Mal in der deutschen Geschichte sowohl wählen als auch gewählt werden durften, lag die Wahlbeteiligung bei den Frauen bei 80%. Angesichts dieser Zahl war es kein Wunder, dass sich ein „Meer von Hüten“ –sehr viele gut angezogene Damen, die wunderschöne Hüte trugen - auf den Straßen der deutschen Städte in Richtung der Wahllokale bewegte. Doch es war ein langer und harter Weg gewesen, den sie bis dorthin bestreiten mussten. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Frauen in sozialer und ökonomischer Hinsicht von ihren Vätern und Ehemännern völlig abhängig: Sie durften sich weder bilden, noch politisch betätigen. Die Frauenrechtlerinnen, die schon früh erkannten, dass Bildung ein erster Schritt in Richtung Eigenständigkeit darstellte, ließen sich von den Verboten nicht abschrecken. Schon im Jahr 1873 hielt Hedwig Dohm fest: „Die Menschenrechte haben kein Geschlecht.“ Im 20. Jahrhundert schlossen sich die Bewegungen aus der bürgerlichen Mitte und der Arbeiterschicht zusammen und kämpften von nun an gemeinsam für ein Ziel: die Einführung des Frauenstimmrechtes. Letztendlich schlug die große Stunde des Frauenwahlrechtes im November 1918: In der Weimarer Verfassung wurde verankert, dass Frauen und Männer grundsätzlich die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten besitzen.
Nach diesem Streifzug durch die Geschichte des Frauenwahlrechtes in Deutschland, der von Anna Schmitt gestaltet wurde, wurden zwei weitere Frauen exemplarisch für die vielen Frauenrechtlerinnen vorgestellt: Die Ortsvorsitzende Sabine Saam hatte sich die Geschichte von Emmeline Pankhurst ausgesucht und Anna Schmitt stellte Olympe de Gouges vor, die bereits im 18. Jahrhundert um eine Gleichberechtigung der Frau kämpfte. Auch wurden an diesem Abend die engagierten Frauen aus der Frauen-Union Baunach nicht vergessen: In Anwesenheit einer hochkarätigen politischen Besetzung aus landes- und bundespolitischer Ebene (MdB Emmi Zeulner, MdB Dr. Silke Launert, MdL Barbara Becker) wurden verschiedene Damen aus dem Ortsverband für ihr außerordentliches Engagement geehrt. Im Anschluss daran berichteten die anwesenden Politikerinnen von ihrem Werdegang und von ihren Erfahrungen, sich als Frau in der Politik zu behaupten. Neben der guten Stimmung und dem interessierten Austausch blieb als bleibendes Fazit des Abends, dass die Geschichte nicht nur von Männern gemacht wird, sondern dass es stets mutiger und entschlossener Frauen bedurfte, die den Stein erst ins Rollen brachten. Auch heute noch werden Mädchen und Frauen, ob im In- oder Ausland, in vielen Bereichen benachteiligt. Es muss also im Jahr 2019 immer noch viel getan werden, um eine vollständige Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu erreichen.
Der Abend war allen starken Frauen der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart gewidmet! Schön, dass so viele Gäste aus Nah und Fern auf die Errungenschaft des Frauenwahlrechtes vor 100 Jahren mitangestoßen haben!

Daten und Zitate aus:
www.frauen-macht-politik.de/fileadmin/Dokumente/100_Jahre_Frauenwahlrecht_Stationen_180308.pdf.