NÜRNBERG – „Sei mutig!“ war das Motto eines dreitägigen Kongresses im Nürnberger Max-Morlock-Stadion, bei dem auch die etwa 80 Zeugen Jehovas aus Lichtenfels zu Gast waren. Sie befassten sich drei Tage lang anhand der Bibel damit, wie man in schwierigen Situationen, z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz und bei Schicksalsschlägen, mutig sein kann. Wie schon in den letzten Jahren waren unter den knapp 12.300 Besuchern auch etwa 2.800 rumänisch sprechende Glaubensangehörige aus acht europäischen Ländern. Sie freuten sich sehr darüber, das Programm parallel in ihrer Muttersprache mitverfolgen zu können.

Peter Mayer, ein leitender Prediger der Ortsgemeinde von Jehovas Zeugen, erinnert sich an einen Gedanken aus dem Programm: „Ich fand die Aussage eines Redners ganz bemerkenswert. Er sagte, dass uns Mut nicht angeboren ist oder einfach in unseren Genen liegt. Mut hängt auch nicht von unserem Alter oder unserer Erfahrung ab. Der echte Mut eines Christen gründet sich auf dem Glauben an Gott und dem Vertrauen zu ihm. Diesen Mut kann jeder, des es möchte, durch ein gründliches Bibelstudium erlangen. Das war sehr motivierend für mich.“

Einer der Höhepunkte des Kongresses war der Vortrag „Die Auferstehungshoffnung macht Mut – wie?“. Peter Herzog, einer der leitenden Prediger in der Ortsgemeinde Heilsbronn, erklärte anhand der Bibel, wie Jesus einem Vater Mut machte, dessen kleine Tochter gestorben war und wie das heutige Christen im Glauben stärkt. Der Vortrag sprach speziell Personen an, die bisher wenig Berührungspunkte mit Jehovas Zeugen hatten oder sich erst seit kurzem mit der Bibel befassen.

Während andere Religionsgemeinschaften Mitglieder verlieren, bleibt die Anzahl der Zeugen Jehovas in Deutschland seit Jahren relativ konstant. Dazu trug auch die öffentliche Taufe von 101 neuen Gläubigen bei, die am Samstagmittag im Stadion durchgeführt wurde. Die Anwesenden applaudierten minutenlang und brachten damit ihre Freude über die neuen Mitgläubigen zum Ausdruck.

Rumänische Kongressdelegierte
Zum vierten Mal in Folge wurde der Kongress im Stadion zeitgleich in deutscher und rumänischer Sprache abgehalten. Der internationale Charakter des Kongresses wurde dadurch unterstrichen, dass rumänische Delegierte nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Belgien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Slowakei, Tschechien und Ungarn angereist waren und aktiv sowohl bei der Programmgestaltung als auch bei der Organisation mitwirkten. Günter Someschan, der für den rumänischen Programmteil verantwortlich war, äußerte sich diesbezüglich: „Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Sprachgruppen und den verschiedenen Nationalitäten war absolut reibungslos und harmonisch. In einer Zeit, in der leider immer öfter von Spannungen zwischen Ländern und Kulturen die Rede ist, war dieser Kongress hier ein Ort, wo Europa zusammenwächst, Freundschaften entstehen und vertieft werden. Diese Einheit ist nicht das Ergebnis von menschlichen Bemühungen, sondern das Ergebnis des Umsetzens der Belehrung Gottes durch sein Wort die Bibel.“


Taufe
Unter den Getauften war auch ein 24-jähriger, der die Liebe und den Zusammenhalt innerhalb der Glaubensgemeinschaft besonders schätzt. „Meine Mitgläubigen in der Ortsgemeinde waren immer für mich da und haben mich aufgefangen, als mein Vater, der kein Zeuge Jehovas ist, unsere Familie verließ. Das habe ich nicht als selbstverständlich betrachtet und daher sehr geschätzt. Sie haben christliche Prinzipien wirklich ausgelebt. Und das hat mich in meinem Entschluss bestärkt, selbst ein Zeuge für Jehova zu werden.“

Der dreitägige Kongress war Teil einer Serie von mehreren tausend Kongressen, die in nahezu allen Ländern der Erde stattfinden. In Deutschland umfasst die Serie 84 Kongresse an 15 Orten in insgesamt 25 Sprachen. Weitere Informationen über die Kongresse sind auf www.jw.org erhältlich.