Rezo führt mit seinem intelligenten, leidenschaftlichen, faktenorietierten und kritischen YouTube-Special „Die Zerstörung der CDU“ nicht nur die CDU vor, die sich hilflos, unfähig, altbacken - also herablassend und mit pauschalen Parolen - wehrt, er entzaubert auch die Medien, insbesondere auch die, die sich gerne als überregionale, überparteiliche Leitmedien gerieren.
Man mag nicht alle Schlussfolgerungen von Rezo teilen, aber dem auf seine Weise transparent gemachten Gesamttrend tut das keinen Abbruch. Rezo’s Beitrag macht klar, was wir bei diesen Medien zunehmend so schmerzlich vermissen: nicht Lautsprecher der Regierungen, Parteizentralen und deren Presseabteilungen zu sein und zunehmend unkritisch deren Stellungnahmen zu verstärken, anstatt diese mit Fakten zu konfrontieren, an ihren selbst gesteckten Zielen zu messen, Bullshit als Bullshit und Lügen als Lügen bzw. Halbwahrheiten zu entlarven. Ihren Höhepunkt hat diese Art der - alternativlosen? - Berichterstattung in der sog. hymnischen Kanzlerberichterstattung erreicht.
Dies haben wohl auch die Medien erkannt, weshalb sie sich jetzt - wie z.B. besonders einseitig die ZEIT - ebenfalls hilflos und in „altbewährter“ Manier wehren: zunächst einmal mit einem Rundumschlag und pauschalen Parolen wie „Wutbeitrag“, „Apokalyptik“ etc. den ganzen YouTube-Beitrag zu entwerten. Dann sich auf einzelne Detailargumente zu stürzen wie z.B. beim Thema Wirtschaft und sich dabei nicht zu entblöden, die Mär von „uns ging es noch nie so gut“ auf Basis von „Durchschnittsbetrachtungen“ wieder und wieder zu präsentieren, die z.B. ausblendet, dass 42% der Haushalte in den letzten 20 Jahren keinen Anteil an den Einkommenssteigerungen verzeichnen durften. Die restlichen Kritikpunkte sind so hanebüchen, dass ich mir eine Entgegnung erspare. Der FAZ fiel nicht mehr ein, als Rezo‘s Beitrag als „skrupellose Hetzkampagne“ zu diskreditieren! Diskreditiert haben sich stattdessen wieder einmal die Breit-FAZ-News! SPRINGER’s WELT unterstellt Rezo, nur andere „blamieren“, „fertigmachen“, „zerstören“, „indoktrinieren“ zu wollen. FOCUS-Bart-News spricht gar von Rezo‘s „in ungebührlichem Ton vorgetragenes Machwerk“ und schwadroniert über „Radikalinskis“ und „Pöbelrabatt“.
So werden die Medien ihr verlorenes Terrain nicht zurückgewinnen! Deren Auflagen werden zurecht weiter zurückgehen, wenn sie weiterhin bei der Suche um die richtigen Antworten auf Rezo so umher irrlichtern. Immerhin zeigt der Artikel, dass die Medien offensichtlich die Brisanz dieses neuen Formats erkannt haben.
Noch ein kurzer Seitenhieb auf die in den Fernsehanstalten beliebten Talkshow-Formate à la „Hart, aber fair“, die gerne mit manipulativen Einspielern, schein-objektiver Moderation und Diskussions-Teilnehmern unterschiedlicher Interessengruppen Faktenwissen vortäuschen, tatsächlich aber meist nur interessenorientierte Meinungen zum Besten geben, mehr oder weniger unterstützt durch ein fragwürdiges Klatsch-Publikum. Im Vergleich zu Rezos YouTube-Aufschlag kann man diese erstarrten Fernsehformate ruhig in die Tonne treten.

Der erwähnte ZEIT-Artikel von Lisa Nienhaus ist auch mit „5 vor 8“ überschrieben. Tatsächlich ist es - auch für die Medien - längst „5 vor 12“!
https://youtu.be/JNjh46zpQFA

Übrigens lädt die CDU Rezo nach einigem bezeichnenden Irrlichtern zu einem Gespräch an einem Tisch ein - womöglich in einem Hinterzimmer? Willkommen im 20. Jahrhundert!