Offensichtlich hat die kürzlich trotz verschlechterter Rahmenbedingungen festgestellte Steigerung des Radverkehrsanteils in Bamberg von 25 auf 30 % etliche Autofahrer bewogen, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Radlern soll mittels rabiater Fahrmanöver verdeutlicht werden, daß sie auf der Fahrbahn nichts zu suchen haben - ungeachtet aller rechtlichen Vorgaben.

So bin ich allein am vergangenen Donnerstag auf einer Gesamtstrecke von knapp zehn Kilometern achtmal (darunter ein Linienbus des Regionalverkehrs) mit deutlich zu geringem Seitenabstand überholt worden, zweimal geradezu hauteng. Zwei der Kraftfahrer schnitten mich zudem beim Wiedereinscheren. Wen wundert, daß weniger erfahrene bzw. selbstbewußte Radfahrer verbotenerweise auf den Gehweg ausweichen?

Heute morgen, auf nicht einmal halb so langer Strecke, nahezu das gleiche Bild (sieben riskante Überholmanöver): Zu den „Tätern“ zählten der Pkw einer mir flüchtig bekannten Lehrerin, von Berufs wegen eigentlich zur Vorbildfunktion verpflichtet, sowie ein Kastenwagen der Bamberger Stadtwerke. Zwei der Fahrer ignorierten kurz nach den Überholvorgängen noch das Rotlicht der jeweils nächsten Ampel. Ein weiterer hatte mich, hinter mir auf den Rückstau vor einer roten Ampel zufahrend, noch zu überholen versucht und mich wegen der hierfür nicht ausreichenden freien Strecke in eine Baustellenabsperrung abgedrängt.

Zudem nahm mir ein aus einem Grundstück ausfahrender Lkw-Fahrer, nachdem er mich angesehen hatte, die Vorfahrt - ich konnte soeben noch auf den Parkstreifen ausweichen. Doch selbst hier drängte er mich noch weiter seitlich ab, da er wegen des Gegenverkehrs nach rechts verschwenkte.

Fahrausbildung, Verkehrserziehung und -überwachung weisen offenkundig starke Defizite auf. Außerdem zeigen Polizei und Staatsanwaltschaft wenig Neigung, bei Anzeige derartiger Delikte tätig zu werden - es kommt sogar zu Versuchen, den Anzeigeerstatter einzuschüchtern.