Um das Jahr 1990 hat die Stadt beschlossen in 20 Jahren 50% fossile Energie einzusparen. Eine Überprüfung im Jahr 2010 hat ergeben, das die Einsparung 0% beträgt. In einer informativen Broschüre, die von der Stadt zum 25 jährigen Bestehen des Umweltamtes herausgegeben wurde, ist zu lesen, das die Stadt in den nächsten 20 Jahren also bis 2035 sogar energieautark sein will, also auf Erdöl, Gas, und Kohle verzichten kann. Mittel und Wege werden dazu aber nicht aufgezeigt. Ist das Ganze eine Luftblase?

In deutschen Haushalt werden im Durchschnitt etwa ca. 74 % Energie für Heizung, 14 % für Warmwasser und 12 % für Strom verbraucht. Bei Strom dem kleinsten Sektor werden bisher ca. 25% nachhaltig erzeugt, bei der Heizung nur 9%. Größtes Augenmerk muss deshalb auf die Wärmesanierung der Häuser gelegt werden. Die Stadt hat, das sei zugegeben, nicht viele Möglichkeiten dabei mitzuwirken. Aber die Bürger wählen nicht nur den Stadtrat sondern auch den Bundestag und das Europaparlament. Nur dort könnten die entscheidenden Weichen gestellt werden. Letztlich tragen deshalb die Bürger die Hauptverantwortung.

Ein Vorschlag: Die Kommunen sind stolz auf ihre Planungshoheit. Sie sollten deshalb wenigstens beschließen, dass nur noch Passivhäuser gebaut werden dürfen, weil spätere Nachrüstungen sehr teuer sind und -wie der FT-Bericht vom 11.11.2014 deutlich macht - offensichtlich problematisch sein können. Gleichzeitig sollte in den Bebauungsplänen nur geschlossene Bauweise zugelassen werden, weil dann z. B. zwei Häuserwände keine Wärmeverluste haben und Flächen und Erschließungskosten eingespart werden können. Das Management der Stadt kann das erreichen und damit beweisen, dass sie die eigene Zielsetzung ernst nimmt.

Leser Gerhard Henzler aus Bamberg hat einen Leserbrief zur Energiewende in Bamberg, unter anderem zum Artikel "Ein Amt mit vielen Aufgaben" vom 1. Dezember 2014 geschrieben.