Liebe Bambergerinnen und Bamberger,
dann lasst Euch also Frauengestalten einfallen, die etwas "Großes" und womöglich auch noch für Bamberg geleistet haben. Es sind übrigens nicht nur rund 20, sondern rund 30 Frauennamen im Bamberger Stadtplan zu finden.

Die Heilige Elisabeth von Thüringen gehört auf jeden Fall dazu. Sie hat dem Elisabethenspital und der Elisabethenkirche in Bamberg ihren Namen gegeben (nicht anders als die Heilige Fides der Nervenklinik und Kirche St. Getreu). Wieso hätte also die Heilige Elisabeth keinen Bezug zu Bamberg (wie Annerose Ackermann meint) ? Ihre Mutter war Gertrud, die Schwester des Bamberger Bischofs Ekbert von Andechs-Meranien (+ 1237).

Haben mittelalterliche Spitäler etwa nicht in christlicher Verantwortung und nach dem Vorbild der Heiligen Elisabeth "als Sinnbild tätiger Nächstenliebe" gewirkt, so wie das Elisabethenspital für arme, alte und kranke Bamberger Bürger? Diese Heilige wird auch in der evangelischen Kirche verehrt und Einrichtungen der Diakonie tragen ihren Namen.

Ich erinnere mich, dass meine Großmutter innerhalb der Pfarrei St. Gangolf in Bamberg auch als Mitglied in der sogenannten "Elisabethen-Konferenz" für bedürftige Frauen engagiert war. Und warum hat man der Bamberger Jugendhilfeeinrichtung "Haus St. Elisabeth" (samt Kindergarten) am Jakobsberg gerade diesen Namen gegeben?

Aber es wäre sicher zu eng gedacht, wollte man nur solche Frauen in künftigen Bamberger Straßennamen verewigen, die etwas ganz Spezielles für Bamberg getan haben. Neben der St.-Getreu-Straße aber auch noch eine St.-Fides-Straße haben zu müssen, scheint mir doch etwas übertrieben.

Jürgen Schneider aus Bamberg bezieht sich in seinem Leserbrief auf den Artikel von Helena Rosengrün zum Thema "Miese Frauenquote bei Bambergs Straßennamen" vom 12 Juli 2015.