Ohne die unglückliche Situation des Unfallopfers, Frau Dittrich, herunterspielen zu wollen, mit Asylbewerbern oder Harz-IV-Empfängern hat das rein gar nichts zu tun. In Deutschland gibt es leider nur für Kfz-Halter die Pflicht, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen - während zirka 30 Prozent aller Bürger keine freiwillige private Haftpflichtversicherung besitzen. Auf dem Fahrrad hätten also auch 24 Millionen andere Inländer sitzen können, an der Situation hätte das nichts geändert.

Im übrigen, wäre ein Kind der Unfallverursacher und die Eltern so vernünftig gewesen, eine freiwillige Haftpflichtversicherung abzuschließen, hätten diese aber nachweislich ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, hätte auch die Versicherung nicht bezahlt.

Wenn man von jemanden eine auf die Nase bekommt, derjenige zwar rechtskräftig verurteilt wird, dieser aber weder eine private Haftpflicht noch Geld besitzt, kann man nicht nur das zugesprochene, geringe Schmerzensgeld abschreiben, sondern darf auch noch die Gerichtskosten bezahlen! Außer man kann sich eine Rechtsschutzversicherung leisten - mit Selbstbeteiligung - aber das ist ein neues Thema... So sind die Gesetze (Ursprung im 19. Jahrhundert) hierzulande, das Opfer ist uninteressant, leider.

Stephan Reck aus Forchheim, der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel: Schuldlos in Unfall verwickelt: Frau aus Hallerndorf muss trotzdem zahlen, vom 13. Oktober 2014.